Auf der Suche nach Zeit und Tempo: Eine Konferenz in Zürich galt der Zukunft der Eisenbahnen und dem Hochgeschwindigkeitsphantasma.
Anfang Juli unterzeichneten in Brüssel sieben europäische Eisenbahngesellschaften ein historisches Vertragswerk. Unter dem Namen Railteam wollen die Deutsche Bahn (DB) und die Bahnen Frankreichs, Belgiens, Österreichs, der Niederlande, der Schweiz sowie das britische Unternehmen Eurostar Zugfahren in Europa schneller, einfacher und komfortabler machen.
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Fahr-Plan: Bis zum Jahr 2010 soll das Schnellbahnnetz Railteam insgesamt 15.000 Kilometer Strecke haben. Die in der Grafik rot unterlegten Städte werden dabei zu Knotenpunkten. (© Grafik: SZ)
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Damit knüpfen sie an eine Tradition an, die bereits in den fünfziger Jahren mit der Einführung der TEE, der Trans-Europ-Express-Züge, begonnen wurde. Deren Weiterentwicklung zu einem europäischen Hochgeschwindigkeitsnetz war jedoch an der Konkurrenz der beteiligten Gesellschaften gescheitert.
Genau zum richtigen Zeitpunkt, um solche historischen Zusammenhänge zu beleuchten, Vorannahmen und Weichenstellungen zu hinterfragen, hat die Technikgeschichtliche Fakultät der ETH Zürich der Frage der Hochgeschwindigkeit im Zugverkehr eine Tagung gewidmet. In Zusammenarbeit mit der Universität Zürich und dem Schweizer Institut für Verkehrsplanung und Transportsysteme lud sie unlängst Eisenbahner, Vertreter einiger großer Firmen, Politiker, Verwaltungsfachleute und Wissenschaftler ein, um unter der Überschrift ,,Mit Tempo in die Zukunft? Die Geschwindigkeit der Eisenbahn'' ihre Ansichten auszutauschen.
So rasch wie nötig, so schnell wie möglich
Gisela Hürlimann - eine der Initiatorinnen der Veranstaltung - gab dabei mit ihren Ausführungen zur Geschichte der Schweizerischen Bundesbahnen gewissermaßen das Motto: Die durch den Siegeszug des Autoverkehrs seit den fünfziger Jahren ausgelöste Modernisierungsdebatte führte bei den SBB zu einer Art drittem Weg zwischen Frankreich und Deutschland, indem man das Konzept der Hochgeschwindigkeit in Relation zum gesamten Netz definierte.
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Umweltstiftung WWF in der Kritik
Hier wird (berechtigt) von Milchkannen geredet, aber die m.E. wichtigste Trasse fehlt, nämlich die in Deutschland verständlicherweise ganz unbekannte, aber enorm wichtige Strecke Basel, Straßburg, Luxemburg, Brüssel, die sämtliche EU-Standorte miteinander verbindet (und von Basel auch bis Genf verlängert werden könnte).
Deutschland ist halt kein so zentralisiertes Land wie Frankreich wo alle Wege nach Paris führen, ob man will oder nicht. Außerdem ist Frankreich viel leerer, z.B. steht zwischen Strassburg und Paris nur eine einzige Milchkanne (Nancy), an der man mit dem TGV getrost vorbeifahren kann. Fährt man von Strassburg nach München, die Strecke ist sogar kürzer, kommt man an glaub ich 6 (Baden-Baden, Karlsruhe, Stuttgart, Plochingen oder Göppingen oder so ein -ingen, Ulm, Augsburg) Milchkannen vorbei. Würde man an denen nicht anhalten, wäre der Zug ziemlich leer weil der Reiseverkehr Strassburg-München im Vergleich Strassburg-Paris doch recht begrenzt ist. Das gleiche gilt für München-Berlin, Frankfurt-Hamburg usw. usf.
man bräuchte in Deutschland "über" dem ICE ein weiteres Fernverkehrsprodukt, das die Metropolregionen schnell und ohen zwischenstopp bedient.
Der ICE hält viel zu oft, und an jeder Milchkanne.
Ein deutschlandweites ICE-Sprinter-Netz mit fahrzeiten, die gegen das Flugzeug konkurrieren können. Das wäre mit hinblick auf die gewünschte CO2 reduktion mehr als angebracht...
wird die Bahn nur, wenn sie auch den Flugpreisen Konkurrenz machen kann. Was den Geschwindigkeitsvorteil angeht, schießt sich der Flugverkehr mit dem überkandidelten Security-Wahnsinn an den Flughäfen schon selbst in aus.