E-Bikes im Test Elektrofahrräder sind sicherer geworden

Die Untersuchung der Stiftung Warentest ergab, dass E-Bikes sicherer geworden sind. (Im Bild: Elektroräder am Fließband der Mifa Mitteldeutsche Fahrradwerke AG in Sangerhausen)

(Foto: dpa)

Die Ergebnisse des E-Bike-Tests im vergangenen Jahr waren desaströs: Die meisten Räder fielen durch. Seitdem sind sie laut Stiftung Warentest viel besser geworden. Trotzdem beschwert sich ein führender Hersteller.

  • Laut einem Test der Stiftung Warentest sind Elektrofahrräder im Vergleich zum Vorjahr besser und sicherer geworden.
  • Der Hersteller Derby Cycle kritisiert aber die Testmethoden: Sie seien intransparent und daher nicht repräsentativ.

Nachdem bei einer Untersuchung der Stiftung Warentest im vergangenen Jahr die meisten E-Bikes noch mit eklatanten Mängeln durchfielen, schnitten bei einem aktuellen Test drei von zehn Fahrrädern mit der Note "Gut" ab, wie die Zeitschrift Test in ihrer August-Ausgabe berichtet. Neben den "guten" Rädern erhielten vier weitere E-Bikes das Urteil "befriedigend", drei wurden als "ausreichend" eingestuft. Die schlechteste Note "mangelhaft" wurde diesmal nicht vergeben.

Zentrale Schwachstellen, die der Test im vergangenen Sommer offenbarte, sind demnach bei den jetzt geprüften E-Bikes abgestellt. So haben mehrere der um 2500 Euro teuren Räder dickere und stabilere Lenker. Alle sind mit gut abgestimmten hydraulischen Bremsen ausgestattet.

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Leistungsstärkere Akkus

Zudem besteht bei keinem der E-Bikes der Verdacht, dass sie durch die elektromagnetische Strahlung den Funkverkehr von Polizei, Feuerwehr und Krankenwagen stören könnten. Dies war nach dem letzten Test ein heftig umstrittener Punkt zwischen den Testern und den Herstellern.

Zudem sind die Akkus leistungsstärker geworden, die Räder können mit einer Akkuladung länger rollen. Lag die Reichweite im Vorjahrestest zwischen 25 und 80 Kilometern, sind es nun 60 bis 100 Kilometer.

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Obwohl die jetzt geprüfte Generation der E-Bikes deutlich sicherer ist, sehen die Warentester noch Verbesserungspotenzial. Vier E-Bikes trugen im Dauertest Schäden wie Risse an der Felge oder der Sattelkonstruktion davon. Bei einem Fahrrad brach die Akkuhalterung. Ein heruntergefallener Akku muss ausgetauscht werden - was teuer ist. Ein Rad hatte eine schwache Lichtanlage, zwei konnten bei der elektrischen Sicherheit nicht überzeugen. Drei Räder zeigten instabiles Fahrverhalten, besonders mit Gepäck. Vor allem bei höherem Tempo besteht die Gefahr, dass Rahmen und Lenker schwer kontrollierbar flattern.

Hersteller kritisiert Tests als nicht repräsentativ

Der Hersteller Derby Cycle, einer der führenden Hersteller von Elektrorädern, kritisierte die Tests allerdings als nicht nachvollziehbar. Das Testverfahren sei "intransparent". Das Modell "Kalkhoff Agattu Impulse 8R HS" des Cloppenburger Herstellers erhielt nur die Wertung "ausreichend". Diese Bewertung stimme jedoch "in keiner Weise mit unseren langjährigen Markterfahrungen sowie den Ergebnissen eigener Tests und den von unabhängigen Prüfinstituten überein", erklärte das Unternehmen in Cloppenburg. Die Tests seien daher nicht repräsentativ.

Bei einem heftig diskutierten Test im vergangenen Jahr hatte die Stiftung Warentest bei vielen E-Bikes "eklatante Sicherheitsmängel" festgestellt und den meisten Rädern die schlechteste Note gegeben. Mehrere führende Hersteller von Elektrofahrrädern warfen der Stiftung anschließend schwerwiegende Fehler vor. Sie befürchteten enorme Umsatzeinbußen.

Die Stiftung Warentest wies die Kritik zurück, korrigierte danach allerdings ihr Urteil zu den Auswirkungen auf den Funkverkehr. Eine Störung der Funkdienste sei unwahrscheinlich, hieß es. Nach Angaben des Zweirad-Industrie-Verbandes (ZVI) sind in Deutschland bereits mehr als 1,6 Millionen Fahrräder mit Elektromotor unterwegs.