Ducati und der VW-Konzern Ein technischer Meilenstein: 1969 kam die Desmodromik
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1969 erfand der bis heute als Heiliger verehrte Ingenere Fabio die Desmodromik. Die über Königswellen, Öffner- und Schließerkipphebel zwangsgesteuerten Ventile (desmos, griechisch: gebunden, und dromos, Lauf) erlaubten gegenüber Ventilfedern höhere Drehzahlen. Doch der sportliche Nimbus bescherte den edlen wie pflegeintensiven Diven keine Markterfolge. Finanziell stets prekär, wurde Ducati 1979 dem VM-Konzern integriert, 1983 von den Brüdern Castiglioni für Cagiva gekauft, 1996 pleite von der Texas Pacific Group übernommen und trotz Börsengang 1999 in 2005 von Investindustrial wieder in italienischen Besitz genommen.
110 Millionen Profit also im Jahr 2011, aber vor allem glühende Passion, wie sie Ducati-Treffen wie in Thal im Osten Münchens oder beim World-Ducati-Weekend in Misano Adriatico bezeugen. Ducatis Mythos sind die legendären Erfolge der Ducati Corse Racing-Truppe. Im Allerheiligsten des Werks tüfteln fast 200 süchtige Berserker, dem 90-Grad-V-Zwo-Motor in der siegreichen Checa-1198R über 200 und der MotoGP von Rossi und Hayden etwa 250 standfeste Cavalli zu entlocken. Ducati-Champions verkörpern den Reiz des schnellen Schönen. Im April 1972, gerade mal vor 40 Jahren, gewann Paul Smart vor Bruno Spaggiari, beide auf Ducati 750 SS, die 200 Miglia von Imola, 1978 holte sich Mike Hailwood auf der Ducati 900 SS die TT der Isle of Man. Und seit Gründung der Superbike-WM 1988 sind es mit Raymond Roche, Doug Polen, Carl Fogarty, Troy Corser, Neil Hodgson, James Toseland, Troy Bayliss und Carlos Checa in 2011 ganze 14 Fahrer- und 15 Konstrukteurs-WM-Titel. Dazu krönte Casey Stoner mit dem Gewinn der Moto-GP-WM 2007 die kleine Motorradschmiede zum triumphalen David gegenüber den japanischen Goliaths Honda, Kawasaki, Suzuki und Yamaha.
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Drei Tage hat Bologna damals gefeiert. Unfassbar dafür, dass aktuell die italienische Traumpaarung des Motorradheros Valentino Rossi auf der Moto-GP-Ducati zwischen Platz 6 und 10 hinterherfährt. Doch der Mythos lebt, bar rationaler Argumente oder Legitimationen, von Arbeitsplätzen abgesehen, im ökologischen Szenario aus Peak Oil und Klimagau. Es ist einzig die notorische Lust am motorischen Tanz auf dem Asphalt.
Ihn versteht, wer einmal eine Ducati gefahren, gefühlt hat. Dieser Eindruck brennt sich in Leib und Geist ein, der Ducati-Ritt wird unlöschbar auf der seelischen Festplatte gespeichert - unter Schlüsselerlebnisse. Was so schön, so beweglich, so reizend ist, muss wahr sein. Welche Modelle es auch sind, ihr Authentizitätssiegel ist der 90-Grad-V-Desmo-Motor. Die ultimative jüngste Evolution, die Panigale, benannt nach dem genius loci des Werks, ist eigentlich ein motorisierter PC vor lauter elektronischer Fahrhilfen, die die Puristen sowieso abschalten. Ein atemberaubendes Superbike, direkt vom Circuit halt notdürftig für die Straße zugelassen. Eine Droge aus Motor, Chassis und Finish für Speed, Grip, Drive und: Sound.