Erwin Ruppelt vom Kompressoren-Hersteller Kaeser rechnet vor, dass eine Befüllung des Auto-Tanks mit 95 Kubikmetern entspannter Luft und 300 bar Überdruck einen Industriekompressor mit 65 Kilowattstunden elektrischer Leistung aus dem Stromnetz benötigen würde. "Die verbleibende Energie in der Druckluft ist dann noch ungefähr 20 Prozent, das heißt: Von den 65 kWh, die man aus dem Netz zieht, bleiben nur etwa 13 kWh Leistung für den Motor übrig. Und darin sind eventuelle mechanische Energieverluste noch gar nicht berücksichtigt."

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Über den Tankvorgang selbst kann man bislang nur spekulieren, denn die Firma MDI macht dazu keine detaillierten Angaben. Öffentliche Tankstellen dürften aber Unmengen an Energie zum Betrieb der Kompressoren benötigen. Denn nach jedem Tankvorgang müsste ein Zentralkompressor erst wieder für den beim nächsten Tankvorgang nötigen Druck sorgen. "Wenn pro Stunde nur 20 Autos auftanken wollen, würde man dafür etwa 1,2 Megawattstunden Energie benötigen", schätzt Ruppelt.

Ein weiterer Haken für Druckluft-Tanker: Die Energie zum Betrieb der Kompressoren an der Tankstelle gäbe es wohl kaum umsonst. Und sie müsste emissionsfrei gewonnen werden, damit die Umweltrechung aufgeht - also nicht gerade in einem Kohlekraftwerk.

Auf der Habenseite hat die rollende Luftpumpe mit Hilfsmotor neben dem extrem niedrigen Schadstoffausstoß die vergleichsweise geringen Produktionskosten. Für Schwellenländer wie Indien könnte das Konzept also interessant sein. Drucklufttankstellen in Deutschland dürften aber noch in weiter Ferne liegen.

Vielleicht ist es auch besser so: Luft-Steuer und Kompressoren-Maut würden bei uns wohl nicht lange auf sich warten lassen.

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(sueddeutsche.de/Pressinform/gf)