Unauffällig ist anders: Der Caliber kommt mit mächtiger Motorhaube, martialischen Radkästen und fast einssechzig Lebendhöhe.
Die Redaktion von sueddeutsche.de fährt Auto. Wir wollen wissen, was wir mit unterschiedlichen Autotypen zwischen der Münchner Leopoldstraße, der Allianz-Arena und dem Starnberger See so alles erleben. Und zwar ganz ohne Brems- und Beschleunigungstests.
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"Alles. Nur nicht zahm." Soweit die Werbung für den Dodge Caliber. Das gilt durchaus für das Outfit. Nicht ganz so gewagt wie seinerzeit (und immer noch) der Chrysler PT Cruiser, aber schon auch was fürs Auge: mächtige Motorhaube, martialisch ausgestellte Radkästen mit wahrhaft riesigen Reifen drunter (18 Zoll Durchmesser!), fast einssechzig Lebendhöhe - da kommt man nicht drum rum. Und dann noch diese Farbe: ein dunkles, sehr kräftiges Rot, natürlich Metallic-Lack. Zumindest auf dem Land ist der Dodge Caliber damit ungefähr so unauffällig wie eine Tarantel auf einem Käsekuchen.
Außen. Drinnen sieht es anders aus - nicht nur zahm, sondern schon eher langweilig: graues Einerlei, schmuck- und auch phantasieloses Design, sehr basismäßige Materialien. Dafür klappt es mit der Bedienung ziemlich zügig: Klimaanlage, Sound-System, Tempomat - ois easy. Die "Ärkondischn" arbeitet trotz manueller (und nicht automatischer) Bedienung effektiv und nimmt gottlob davon Abstand, bestimmte Körperteile zu vereisen, während andere weiterhin garen müssen. Die Audioanlage ermöglicht markigen Hörgenuss im geschlossenen Raum. Bei Bedarf natürlich auch so, dass die Draußenbleiber hören (Bummbumm), was drinnen Sache ist.
Im Blickfeld der Welt
Und es sehen: Unter Peter Gabriels "Sledgehammer" von anno 1986 wackelt die Mühle, als ob es gerade durch ein leeres Flussbett ginge. Nix indes für den Corso Leopold, wo man sowas schon genauso kennt wie in den Hasenbergl-Chausseen. Überhaupt ist der Auffälligkeitsgrad in Schwabing und Umgebung eher enttäuschend, wohingegen am Standort Neuhausen sogar zamperlausführende Senioren gucken.
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Ich find die Serie super und sehr unterhaltsam. Viel wichtiger ist aber: Sie ist näher am Leben als alle anderen high tech Auto Tests dies da so gibt. WIe oft muss ich so schnell es geht von Null auf hundert? Interessiert mich nicht, brauch ich nicht. Wie oft muss ich im Slalom fahren oder Elchen ausweichen? Selten.
Aber an der Hauptstrasse einparken und dabei gut aussehen. Oder im Berufsverkehr flirten? Fast jeden Tag.
SZ, weiter bitte.
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