Dobrindts neues Konzept Elektronisch, unpraktisch, Maut

Autobahnverkehr in Stuttgart (Archivbild von 2006).

(Foto: dpa)

Der Gesetzentwurf von Verkehrsminister Dobrindt zur Pkw-Maut ist fertig. Wofür müssen Autofahrer künftig bezahlen - und wie viel? Warum ist das Modell so umständlich? Und wer soll die Maut eintreiben?

Von Daniela Kuhr, Berlin

Viel zu kompliziert, viel zu teuer und viel zu aufwendig - so lauteten die Kommentare, nachdem Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt im Sommer seine Eckpunkte für eine Pkw-Maut vorgestellt hatte. Der CSU-Politiker besserte nach. Heraus kam ein Gesetzentwurf, der stark von den ersten Plänen abweicht - dafür aber tatsächlich Chancen hat, eines Tages in Kraft zu treten. Hier ein paar Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Welche Straßen werden mautpflichtig?

Deutsche werden sowohl auf Bundesstraßen als auch Autobahnen Maut bezahlen müssen. Unterm Strich ändert sich für sie aber nichts, da sie gleichzeitig bei der Kfz-Steuer entlastet werden, und zwar um exakt den Betrag, den sie für eine Jahresvignette bezahlen müssen. Ausländer dagegen müssen künftig nur auf Autobahnen Maut bezahlen. Bundesstraßen können sie weiterhin kostenlos benutzen.

So sieht Dobrindts Mautkonzept aus

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Wie teuer wird die Maut?

Das hängt unter anderem vom Hubraum und der Umweltfreundlichkeit der Fahrzeuge ab. So fallen für einen VW Polo 1.2 statt bisher 52 Euro Kfz-Steuer künftig 28 Euro Steuer an, dazu kommen 24 Euro Maut. Maximal wird eine Jahresvignette aber 130 Euro kosten - für Inländer wie für Ausländer. Ausländer können stattdessen auch pauschal eine Zehn-Tages-Vignette für zehn Euro kaufen oder eine Zwei-Monats-Vignette für 22 Euro.

Ursprünglich wollte Dobrindt für die Zwei-Monats-Vignette nur 20 Euro verlangen, doch soll der höhere Preis wenigstens einen Teil der Mindereinnahmen kompensieren, die Dobrindt dadurch entstehen, dass Ausländer anders als zunächst geplant nur auf Autobahnen zur Kasse gebeten werden.

Wie sieht die Vignette künftig aus?

Genaugenommen gibt es sie gar nicht. Denn anders als geplant, wird die Vignette nun doch nicht in Form eines "Pickerls" zum Aufkleben eingeführt. Stattdessen soll es eine sogenannte elektronische Vignette geben, bei der die Kfz-Kennzeichen der Autos elektronisch erfasst werden, sobald die Maut bezahlt wurde.

Wie wird die Vignette bezahlt?

Inländern wird der Betrag jährlich vom Konto abgebucht, so wie das bei der Kfz-Steuer auch üblich ist. Wollen sie ihr Auto, beispielsweise weil es ein Cabrio ist, nach einem halben Jahr wieder abmelden, bekommen sie den Restbetrag erstattet. Ausländer können die Vignette per Internet erwerben oder über Terminals, die an grenznahen Tankstellen aufgestellt werden.

Dobrindts finales Mautkonzept ist da - wie finden Sie es?

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Warum müssen Ausländer nur auf Autobahnen zahlen?