In vielen europäischen Ländern müssen Autofahrer zahlen, wenn sie die Autobahn nutzen. In Deutschland hingegen, dem Land mit dem größten Fernstraßennetz Europas, ist es gratis. Viele finden das ungerecht. Pünktlich zur Urlaubszeit fordert die CSU nun die Einführung einer deutschen Pkw-Maut, um das Verkehrsnetz auszubauen. Doch der Nutzen bleibt umstritten.
Es gibt Gegenden in Deutschland, dort ist Fortbewegung Glückssache. Auf den Autobahnen mit einstelligen Nummern zum Beispiel, den alten: A1, A3, A4, A8, A9. Überall dort, wo sich die Spuren verengen, wo Autos sich von drei Fahrstreifen auf zwei verteilen sollen, droht der Stau. Es gibt auch Strecken, auf denen fließt der Verkehr, und doch stimmt etwas nicht. Nur sieht man das nicht im Vorbeifahren.
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Die CSU will Autofahrer abkassieren, um das Verkehrsnetz auszubauen - doch der Nutzen einer Maut ist umstritten. (© AP)
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Es steht in den Brückenbüchern, die den Zustand jeder einzelnen Brücke peinlich genau erfassen. Für manche Autobahnbrücken aus den siebziger Jahren enthält das Brückenbuch eine Dokumentation des schleichenden Verfalls. Schon warnt Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) vor einem nahenden Verkehrschaos, wenn Brücken für schwere Lastwagen gesperrt werden müssten. Es fehle schlicht das Geld, um sie zu reparieren.
Wenn es am Geld für bessere Autobahnen mangelt, ist in Deutschland die Mautdebatte nicht weit. Kein anderes Land Europas stellt Autofahrern ein solch großes Fernstraßennetz kostenfrei zur Verfügung, und das auch noch streckenweise ohne Tempolimit. Steuert der Deutsche dagegen ins Ausland, zahlt er: Vignetten in der Schweiz, in Österreich oder Tschechien, Autobahngebühr in Italien, Frankreich oder Kroatien. Das wurmt.
Nicht zufällig in der Urlaubszeit ist das Thema nun wieder da, die CSU hat es aufgebracht. Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer fordert seit Wochen eine Vignette nach österreichischem Vorbild - als "Antwort auf den Investitionsstau" in Deutschland, wie er sagt. Für die Nutzung hiesiger Autobahnen bräuchte jedes Auto dann ein Pickerl, etwa zu je 100 Euro im Jahr.
Bei gut 42 Millionen Autos im Land kämen so mehr als vier Milliarden Euro zusammen, zuzüglich der Einnahmen von ausländischen Pkw. Sie sind hierzulande für gut fünf Prozent der gesamten Fahrleistungen verantwortlich. Im Gegenzug würden zumindest Einheimische entlastet: Sie müssten weniger Kfz-Steuer zahlen. Elegant wäre so das Ausland zur Finanzierung deutscher Autobahnen herangezogen.
850 geplante Ortsumgehungen, 850 Kilometer neue Autobahnen
Aus Sicht ihrer Befürworter ist das nicht der einzige Vorteil der Vignette. Denn die Einnahmen aus dem Pickerl-Verkauf ließen sich auch in einen separaten Topf lenken. Der deutsche Straßenbau-Etat wäre nicht mehr vom Gutdünken der Haushälter abhängig, es entstünde ein eigener "Finanzierungskreislauf".
Ein entsprechendes Konstrukt gibt es schon seit 2003; es ist die "Verkehrsinfrastrukturfinanzierungsgesellschaft". Sie verwaltet die Milliarden-Einnahmen aus der deutschen Lkw-Maut. Mit Einnahmen aus einer Vignette aber hätte sie ungleich mehr Geld zur Hand. "So könnte man schon das eine oder andere Projekt damit anstoßen", schwärmt Heiko Stiepelmann, Vize-Geschäftsführer beim Hauptverband der Bauindustrie.
Die Industrie hat längst ein Auge geworfen auf die vielen Aufträge, die an maroden Brücken und engen Autobahnen winken: Allein zehn Milliarden Euro würde schätzungsweise die Sanierung angeschlagener Brücken kosten. Hinzu kommen 850 geplante Ortsumgehungen, 850 Kilometer neue Autobahnen, 1650 Kilometer neue Fahrstreifen. Der derzeitige Straßenbau-Etat von gut fünf Milliarden Euro reicht dafür nicht. Und dabei liegen gerade in den Südländern Baden-Württemberg und Bayern so viele Projekte in der Schublade, die der Finanzierung harren. Nicht von ungefähr steht die CSU stets an der Spitze der Bewegung.
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Gedicht von Günter Grass zur Griechenland-Krise
Über die Einnahmen aus der KFZ-Steuer ist das Strassennetz bereits zu 415 % überfinanziert, nur dass dieses Geld zweckentfremdet wird.
Mit einer PKW-Maut will die gross Volkstäuschungs- und Volksschädigungspartei CSU noch eines draufsetzen und unter dem Vorwand nur Ausländer zahlen zu lassen, auf Stimmenfang gehen, aber in Wirklichkeit den deutschen Autofahrer zusätzlich abzocken.
Der Dampfplauderer Seehofer hat schon im Juni 2009, vor der Bundestagswahl, die Backen dick aufgeblasen und eine PKW-Maut gefordert und dabei den Steuersenker in Sachen Benzinsteuer vorgegauckelt. Nach gewonnener Wahl hat er sich selbst zum Superverhandler bezüglich des Koalitionsvertrages ernannt, aber die Forderung nach einer PKW-Maut nicht einmal erwähnt - Sommerlochthemen werden im Koalitionsvertrag nicht genannt. Deshalb sollte Seehofer und seine CSU die primitiven Wählertäuschungsversuche endlich bleiben lassen.
Seehofer beim Dampfplaudern 2009:
bild.de/politik/2009/horst-seehofer/fordert-autobahn-maut-fuer-pkw-fahrer-8587704.bild.html
Senkung der Achslast von Lkws. Breitere Lkw-Reifen mit niedrigerem Luftdruck. Senken des Gesamtgewichtes der Lkw. All dies würde den Verschleiß der Straßen auf 1 - 5 % des jetzigen Wertes senken und den Bau neuer Brücken und Straßen sehr verbilligen.
Dann brauchen wir Verdoppelung der Dieselsteuern. Diesel verursacht 6.000 Lungenkrebstote im Jahr. Außerdem: der Lkw-Verkehr verursacht einen riesigen Anteil der Verkehrsunfälle. Er muss also eingeschränkt werden. Stattdessen kann man den Güterverkehr auf der Schiene fördern (oder auf die Schiene befördern).
Wenn dies durchgeführt wäre, würden die Autobahnen und alle anderen Straßen auch 10 mal länger halten und wir bräuchten keine Pkw-Maut.
Wenn jemand denkt wir brauchen aber doch mehr Geld für den Straßenbau, dann empfehle ich statt der Maut eine Erhöhung der Benzinsteuer - und eine Beschränkung der Einfuhr von Benzin ais Österreich und Polen.
Das geht halt eben nicht, warum ist das so schwer zu verstehen?
Wenn es sich um eine Autobahnmaut handelt darf nur der Teil aus der KfZ Steuer raus der den Autobahnen zugeordnet wird.
Es muss doch jedem klar sein das aus der KfZ Steuer alle Straßen bezahlt werden. Und das von dem Anteil an einer Seitenstraße bis zur Bundesstraße.
Ansonsten würde Deutschland Maut für Bundes und Landstrassen erheben.
und dies könnte schon seit 10 Jahren einwandfrei funktionieren lautet:
VIGNETTE Preis 100 EURO, dafür Vergütung bei der KFZ Steuer um
diesen Betrag.
Ergebnis: wenig Verwaltungsaufwand, Einnahmen von ALLEN die unser
Straßennetz benutzen.
Dies ist aber wohl unseren Volksvertretern zu einfach, denn es muß
ein kompliziertes System erfunden und ein neues Amt gegründet
werden, damit wieder einige im Versorgungssystem unterkommen.
Deutsche Volk: wie lange laßt IHR EUCH noch von diesen
Ahnungslosen Abzockern gängeln ???
Die müssen lt. ihrem Diensteid zum Wohle des Volkes tätig sein !!!
Dies ist keine Volkshetzung sondern logisches Denken und handeln
und die Medien könnten hier genügend Druck aufbauen, wenn sie
dies wollten.
Aber dann könnte ja nicht mehr darüber geschrieben werden im
Sommerloch, welches genauso blödsinnig ist wie das schwarze -
das Ozon oder sonstige Löcher.
Zitat:"Besser sei da schon eine Maut, die jeden gefahrenen Kilometer erfasst, vergleichbar dem satellitengestützten System für Lastwagen. .... Nur wäre der Aufwand dafür gigantisch, nicht nur für die Erhebung, sondern auch die Ausstattung von Millionen Fahrzeugen mit den nötigen Sendern."
Was glauben Sie eigentlich, was der Datenschutzbeauftragte zu diesem Plan zu sagen hat? Zwar stimme ich grundsätzlich mit Ihnen überein, das eine Nutzungsabhängige Gebühr ANSTELLE einer Kfz-Steuer die fairste Lösung darstellt. Leider wird die Art der von IIhnen beschriebenen flächendeckenden Überwachung aller Autofahrer aber auch staatlicher Bespitzelung Tür und Tor öffnen.
Unwahrscheinlich?
Dann denken Sie mal an die Überwachung der Telekommunikation. Ursprünglich eingeführt zur Bekämpfung von Terroristen und Schwerst-Kriminellen. Dazu gab es in der SZ 2009 einen interessanten Artikel:
http://www.sueddeutsche.de/politik/telefonueberwachung-der-staat-hoert-mit-1.25048
Auch die Aufweichung des Bankgeheimnisses, ursprünglich eingeführt zur Bekämpfung des Drogenhandels und der organisierten Kriminalität wird heute dazu eingesetzt HartzIV Empfänger routinemäßig zu überwachen.
Auch die kommunalen Datenbanken mit den tollen Photo's für die fälschungssicheren Personalausweise dienen heute der Polizei, um bei Radarkontrollen schneller Raser zu überführen.
Und nun auch noch die flächendeckende Überwachung aller Privatfahrzeuge?
Dazu kann es nur ein ganz klares NEIN geben.
MfG
NetFiddler
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