Von Von Stefan Grundhoff

Sie galten als Krönung der Diesel-Kunst. Doch die aufgeladenen und bärenstarken V8-Diesel könnten schon bald der Vergangenheit angehören: Kraftvolle und sparsamere Sechszylinder machen ihnen das Leben schwer.

Fast jeder Premiumhersteller hat sie mittlerweile im Portfolio: Gleichermaßen imageträchtige wie PS-starke Dieselmotoren verfügen seit längerer Zeit nicht nur über sechs, sondern auch gerne über acht Brennkammern. Wer meint, mit einem 230 PS starken Dreiliter-Diesel mit sechs Zylindern sei man schon bärig unterwegs, der hat noch keinen V8-Diesel bewegt.

V8-Dieselmotoren - bald nicht mehr nötig? (© Foto: Audi)

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Der Achtzylinder-Diesel im Mercedes S 420 CDI säuselt in einem Moment dezent vor sich hin - um im nächsten geradezu zu explodieren. Das gewaltige Drehmoment von über 700 Nm presst einen unnachgiebig in den Fahrersitz. Aus vier Litern Hubraum holt der schwäbische Langhuber 235 kW/319 PS und eine abgeregelte Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h. Ins gleiche Horn stoßen Hersteller wie Audi, Volkswagen, Range Rover und BMW.

Noch.

Audi hat seit zwei Jahren - neben dem prächtigen 3.0 TDI mit mittlerweile 240 PS und über 500 Nm Drehmoment, dem Volumendiesel für die größeren Modelle- auch einen V8-Diesel im Angebot. Mit 240 kW/326 PS liegt die Leistung von A8 4.2 TDI und Q7 4.2 TDI sogar noch über der der bulligen S-Klasse.

Die Krone der Ingenieurskunst aber scheint der BMW 745d zu sein. Aus 4,5 Litern Hubraum holt er in der bald auslaufende 7er der Baureihe E65 eindrucksvolle 242 kW/330 PS. Doch BMW und sein Vorstandsvorsitzender Reithofer haben den Achtzylinder-Dieseln erst einmal die rote Karte gezeigt. Der V8-Diesel schaffte so nicht einmal den Sprung in den betont sportlichen X5 der aktuellen Generation. Ein wichtiger Grund: Der Sechszylinder-Diesel verbraucht mindestens drei Liter weniger auf 100 Kilometern.

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