Um das Gewicht drastisch zu reduzieren und gleichzeitig die Festigkeit zu erhöhen, erhalten alle Project-i-Kandidaten eine Karosseriestruktur aus Kohlefaser mit Anbauteilen aus Spritzguss. Trotz dieser aufwendigen Technik und der relativ kleinen Stückzahlen will BMW schon in der Einstiegspreisklasse von 15.000 bis 20.000 Euro Geld verdienen. Weil nicht alle Metropolen gleich strukturiert sind, ist als flankierendes Angebot auch ein Einspurfahrzeug in Planung. Der gegen Kippen und Seitenaufprall noch besser als der C1 geschützte Stadtroller wird von BMW vermutlich mit E-Antrieb und von Mini mit Verbrennungsmotor lanciert.

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Insgesamt ist zu erkennen, dass das Motto "BMW ist Freude" eher zu kurz greift, denn das Unternehmen steht auch für Weitsicht und Nachhaltigkeit. Weil Leichtbau und die alternativen Antriebe eine starke dynamische Komponente beinhalten, müsste es den Technikern fast aus dem Bauch heraus gelingen, die neuen Werte mit der alten Fahrspaßtradition zu verweben. Gefordert sind allerdings auch die Kopfmenschen unter den Entscheidern, die sich beim Weichenstellen künftig noch mehr anzustrengen haben als bisher. Schließlich muss die Marke in puncto Sportwagen fast wieder bei null anfangen, sie sollte die Trennung zwischen Front- und Heckantrieb innerhalb der Einser-Reihe langfristig manifestieren, und sie darf sich wieder mehr trauen bei neuen Konzepten, neuen Formen und neuen Inhalten.

Vielleicht sollte man auch die Technik GmbH als dritte interne Denkfabrik neben Project i und M wieder beleben. Möglicherweise reicht als Inspirationsquelle aber auch ein Blick ins eigene Museum, wo die Vergangenheit manchmal heller leuchtet als die Gegenwart - vom 328 über Z1 bis zum Mille Miglia Concept.

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(SZ vom 26.12.2010/gf)