Umweltzone Freie Durchfahrt nur für die grüne Plakette

Von Augsburg bis Wuppertal: Alleine in Deutschland gibt es mehr als 40 Umweltzonen. Welches Fahrzeug darf rein, welches muss draußen bleiben? Und wie erhalte ich eine Feinstaubplakette? Was Sie zur Umweltzone wissen müssen.

Von Sascha Gorhau

Was sind Umweltzonen?

Sogenannte Umweltzonen sind räumlich abgegrenzte Bereiche, in denen nur Autos fahren dürfen, deren Abgase eine bestimmte Schadstoffgrenze unterschreiben. Sie befinden sich meist innerhalb größerer Städte, erstrecken sich manchmal allerdings auch über ganze Ballungszentren hinweg, wie zum Beispiel im Ruhrgebiet. Innerhalb der Umweltzonen gelten niedrigere Obergrenzen für Schadstoffe in der Luft. So soll die Feinstaubbelastung innerhalb des Gebietes gesenkt werden. Seit dem 1. Januar 2005 gelten europaweit Grenzwerte für Feinstaub: 40 Mikrogramm pro Kubikmeter als Jahresmittelwert, 50 als Tagesmittelwert.

Warum gibt es Umweltzonen?

Fahrzeuge mit hohem Schadstoffausstoß sollen Schritt für Schritt aus den Zentren der Städte ausgeschlossen werden. Denn Städte gelten als Ballungsräume für eine hohe Luftverschmutzung. Schuld daran sind die meist hohe Verkehrsdichte und die schlechte Duchlüftung in diesen Gebieten. Darum sollen nur noch Fahrzeuge in die Städte gelangen, die bestimmte Schadstoffgrenzwerte unterschreiten. Kritiker wie beispielsweise der ADAC bemängeln, dass das gezielte Aussperren von Fahrzeugen die Luftqualität nicht entscheidend verbessere.

Wo gibt es Umweltzonen?

In ganz Europa existieren Umweltzonen oder befinden sich in Planung, mehr als 40 gibt es bereits in Deutschland. Eine Liste der deutschen Umweltzonen finden Sie hier. Die deutschen Umweltzonen folgen alle individuellen Zeitplänen. In die Berliner Umweltzone beispielsweise dürfen schon seit dem 1. Januar 2010 nur noch Fahrzeuge mit grüner Feinstaubplakette einfahren, in die Münchner Umweltzone erst ab dem 1. Oktober 2012.

Wer darf Umweltzonen befahren?

Darüber entscheidet eine Feinstaubplakette, die an der Frontscheibe gut sichtbar angebracht sein muss. Die Umweltzonen sind in drei verschiedene Stufen unterteilt. In der ersten Stufe herrscht ein Einfahrverbot für Fahrzeuge der Schadstoffgruppe eins, in der zweiten für eins und zwei und in der dritten für die Schadstoffgruppen eins, zwei und drei. Die verschiedenen Schadstoffgruppen unterscheiden sich laut Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) "in der Höhe des Partikelausstoßes". Die Feinstaubplaketten verdeutlichen, welches Fahrzeug zu welcher Schadstoffgruppe gehört.

Was ist eine Feinstaubplakette?

Die verschiedenen Farben stehen für unterschiedliche Schadstoffgruppen: Rot für Schadstoffgruppe zwei, Gelb für Schadstoffgruppe drei und Grün für Schadstoffgruppe vier. Fahrzeuge mit Benzinmotor und geregeltem Katalysator erhalten immer eine grüne Plakette. Autos mit Dieselmotor erhalten je nach verbauter Schadstoffreinigung eine rote, gelbe oder grüne Plakette. Letztere erhalten nur Selbszünder mit verbautem Rußpartikelfilter. Diesel- oder Benzinfahrzeuge ohne Katalysator erhalten keine Umweltplakette. Hier können Sie mittels Ihres Fahrzeugscheins kontrollieren, ob Ihr Fahrzeug eine Feinstaubplakette erhält. Einen Überblick über die Zuordnung von Fahrzeugen in den Schadstoffgruppen gibt das BMU hier.

Welche Fahrzeuge benötigen eine Feinstaubplakette?

Alle Pkw, Nutzfahrzeuge und Busse, die in eine Umweltzone einfahren wollen, müssen mit einer für den Bereich gültigen Plakette ausgestattet sein. Es gibt allerdings Ausnahmen. Oldtimer mit historischer Zulassung, land- und forstwirtschaftliche Zugmaschinen oder Krankenwagen und Fahrzeuge von Ärzten müssen beispielsweise nicht über eine gültige Plakette verfügen. Kraftfahrzeuge mit zwei oder drei Rädern haben ebenfalls freie Fahrt in Umweltzonen. Eine Plakette benötigen übrigens auch Fahrzeuge, die nicht in Deutschland zugelassen sind.

Wie bekomme ich eine Feinstaubplakette?

Die Plaketten sind in jeder Zulassungsstelle erhältlich. Außerdem dürfen Prüforganisationen und Werkstätten sie ausgeben. Grundlage dafür ist der Fahrzeugschein des Fahrzeugs, aus dem die Schadstoffklasse hervorgeht. Sie bestimmt die Art der Plakette, die das Fahrzeug bekommt. Auch übers Internet sind Plaketten bestellbar. Die Preise variieren von Anbieter zu Anbieter, bewegen sich aber meist zwischen sechs und zehn Euro. Allerdings müssen auch hier immer die Fahrzeugpapiere in Kopie eingesandt werden. Die Plaketten sind auch im europäischen Ausland erhältlich. Deutschen Prüforganisationen beispielweise vertreiben Sie übers Internet. Meist sind Seiten in der jeweiligen Landessprache verfügbar, die Hintergründe zur Umweltzone erklären und wie die Plakette bestellt werden kann. Der Dienst ist allerdings meist deutlich teurer als für ein deutsches Fahrzeug.

Was passiert, wenn ich ohne, beziehungsweise mit der falschen Feinstaubplakette in eine Umweltzone einfahre?

40 Euro Bußgeld und ein Punkt in der Verkehrssünderkartei in Flensburg erhält ein Fahrer, der einen Wagen ohne, beziehungsweise mit der falschen Umweltplakette in eine ausgewiesene Umweltzone lenkt.