Polizisten verursachen überraschend häufig Autounfälle - vor allem bei simplen Alltagsmanövern.
Es gibt deutlich angenehmere Dinge, als nach einem Blechschaden im Straßenverkehr die Polizei rufen zu müssen. So mancher Verkehrsteilnehmer dürfte insgeheim schon jene Beamten verwünscht haben, die kurz darauf mit gestrenger Miene den Unfallhergang aufnehmen. Entsprechende Schadenfreude dürfte auslösen, was der hessische Landesrechnungshof nun in seinem Jahresbericht zum Fahrverhalten der Ordnungshüter feststellt: Die Beamten der Präsidien Frankfurt und Südosthessen hätten den Großteil der Unfälle mit Polizeiautos "selbst verschuldet".
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In der Hektik des Einsatzes: Die meisten Unfälle der Polzei sind selbst verschuldet. (© Foto: SZ)
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In den Jahren 2003 und 2004 etwa habe dies für 71 Prozent der Fälle gegolten, während es 2005 noch 64 Prozent waren. Noch überraschender als die bloßen Zahlen ist allerdings die Art und Weise, wie die meisten dieser Unfälle zustande kamen: Es handelte sich größtenteils nicht etwa um Karambolagen im Zuge wilder Verfolgungsjagden durch den Großstadtverkehr, sondern um simple Blechschäden, um Fehler "beim Einparken, Ausparken, Abstandhalten, Rückwärtsfahren und Wenden", so der Rechnungshof. Hier ein eingedrücktes Rücklicht, dort eine verbeulte Stoßstange: Es geht um Alltagsmanöver, die jeder Fahrschüler recht schnell beherrschen sollte.
Die Schadensquote der Polizei ist kein rein hessisches Phänomen, im nordrhein-westfälischen Innenministerium etwa heißt es, "insbesondere auffällig" sei der hohe Anteil jener Unfälle, die Beamte beim Rückwärtsfahren verursachten. So etwas passiere "einfach in der Hektik des Einsatzes".
Allerdings weist man dort auch auf die hohe Fahrleistung der Polizisten hin: In Nordrhein-Westfalen legten die Beamten mit etwa 10.000 Autos um die 155 Millionen Kilometer pro Jahr zurück. Gemessen daran sei die Zahl der Schäden zu vernachlässigen. Ähnlich klingt dies in Rheinland-Pfalz und im Saarland. Und noch banaler war die Erklärung, als es vor einigen Jahren in Berlin zu einer kleinen Häufung von Unfällen mit Dienstfahrzeugen kam: Dort hatten die Polizisten seinerzeit ein paar Schwierigkeiten damit, sich an die vergleichsweise hohe Motorleistung neuer Leasing-Autos zu gewöhnen.
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Retuschierte Stars
Schichtdienst, Überstunden, Stress - mit Autos fahren, die nicht die eigenen sind, an welche sie nicht gewöhnt sind - da ist Häme oder Schadenfreude falsch am Platz. Polizisten sind auch nur Menschen.
NRW: 155 Mio km auf 10.000 Wagen sind 15.000 km je Wagen und Jahr. Das hat jeder Pendler mit mehr als 30 km Entfernung zur Arbeit. Interessant wäre die Schadenshäufigkeit und mittlere Schadenshöhe, daraus könnte man eine Versicherungsprämie errechnen und diese einer Schadensfreiheitsklasse zuordnen.
Die Aussage "Und noch banaler war die Erklärung, als es vor einigen Jahren in Berlin zu einer kleinen Häufung von Unfällen mit Dienstfahrzeugen kam: Dort hatten die Polizisten seinerzeit ein paar Schwierigkeiten damit, sich an die vergleichsweise hohe Motorleistung neuer Leasing-Autos zu gewöhnen."
ist fürn Allerwertesten. Ich fahre ich 150PS Motorrad. Wenn ich so einen Spruch nach einem Unfall oder einem Abflug in die Pampa bringen würde, die Grünen würden sich scheckig lachen und mich zur MPU schicken.
Straßenverkehrsordnung gilt (praktisch) nicht für Polizei.
Physikalische Gesetze lassen sich jedoch nicht ausser Kraft setzen.
Polizisten sind auch nur Menschen.
Also logisch. Wenn nicht, könnten wir die Straßenverkehrsordnung für alle abschaffen.
daß man aus den wundebaren, neuen Streifenwagen nach hinten und schräg-hinten immer weniger sieht? (Hier im Ort haben sie hinten auch noch rundum Tönungsfolien drin ...)
Ohne Einparkhilfe geht heutzutage ja fast nix mehr. Hauptsache der Karren sieht schnittig aus, Übersichtlichkeit, was solls!
m
wäre mal interessant zu erfahren wer von den kommentatoren schon einmal eine einsatzfahrt durchgeführt hat? durch den verkehr einer stadt am späten nachmittag. mehr als unfähige und überforderte autofahrer vor der nase, die nicht wissen wie man sich verhält, wenn ein blaulicht bestücktes fzg. im rückspiegel auftaucht. so fern sie denn den rückspiegel überhaupt benützen. ein traum...
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übrigens macht es wohl wenig sinn mit eingeschaltetem horn zu einem überfall leglicher art zu fahren...
Paging