Zwischen Kompaktautos und Premiummarken: Die traditionelle Mittelklasse gerät zunehmend unter Druck.
Die Mittelklasse steckt in der Krise, und das hat viele Gründe. In Amerika treiben hohe Spritpreise die Kunden aus den durstigen SUV in Kompakt- und Kleinwagen - die Mittelklasse wird dabei glatt übergangen. In Europa wiederum gerät die Mitteklasse gleich von zwei Seiten in die Klemme. Von unten drängt die Golf-Klasse, von oben machen die Premium-Hersteller Druck auf Passat, Mondeo und Vectra. Nur auf den großen Wachstumsmärkten wie China, Indien und Russland kommen Mittelklasse-Autos noch auf hohe Stückzahlen, freilich bei meist bescheidener Rendite.
Neue Linien: Weil Golf, Focus und Astra immer größer und besser werden, gerät die traditionelle Mittelklasse unter Druck. Neue Modelle wie der Opel Insignia zeigen, wohin ein Ausweg weist - in die Richtung von mehr Eleganz und Sportlichkeit. Die brave Limousine hat ausgedient. (© Foto:)
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Im Kern der Mittelklasse brodelt es
In der dritten Welt kann der hohe Nachholbedarf wohl nur durch weiter steigende Energiepreise gebremst werden, in Europa wird dagegen trotz endlicher Stückzahlen auch auf längere Sicht am besten verdient, und in den USA verliert bis auf weiteres fast jeder Anbieter Geld.
Doch die Hoffnung auf bessere Zeiten ist in diesem Mega-Markt offenbar größer als das größte Loch in der Kasse, und wenn die Konjunktur wieder anspringt, dann werden nicht mehr die fetten Crossover sondern die neue Mittelklasse die Kassen klingeln lassen. Wer Premium-Preise durchsetzen kann, der darf auch in der Mittelklasse noch klotzen. Mit Heckantrieb wie BMW und Mercedes, mit Allradantrieb quattro und Höherpositionierung wie Audi, mit Hybridautos wie Lexus oder mit praktischen Lifestyle-Karossen wie Volvo.
Doch im Kern der Klasse brodelt es, denn Ford Mondeo, VW Passat und Opel Vectra/Insignia tun sich schwer gegen den Wettbwerb. Zum einen werden Focus, Astra und Golf immer größer und besser. Zum zweiten machen Marken wie Dacia, Kia oder Skoda mit smarten Angeboten dem Establishment das Leben schwer. Und zum Dritten bieten Premium-Hersteller wie BMW mit Einser/Dreier, Audi mit A4/A5 und Mercedes mit der C-Klasse bezahlbare Alternativen mit deutlich mehr Sozialprestige.
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Kuriose Schilder (4)
derzeit findet in der Automobilbranche die größte Umwälzung seit 1974 statt. Es wird wenig bleiben wie es ist. Wir befinden uns am Ende der Ära Alleinherrschaft des Verbrennungshubkolbenmotors. Ob die Mittelklasse - per se eine künstliche und sehr nachgiebige Wortkonstruktion bleibt oder geht - liegt an deren Inhalten, nicht unbedingt an deren Etikettierung.
...... warum fällt Euch Motorschreiberlingen nichts Neues ein: Alle Jahre wird das Ende der Mittelklasse herbeigeschrieben, und alle Jahre werden A4, C-Klasse, Accord & Cie. neu und erfolgreicher als je zuvor aufgelegt. Was soll denn das?