Mehr Beinfreiheit, bessere Handyverbindung, Einstiegshilfen für Rollstuhlfahrer, Familienbereich mit Wickeltisch: Doppelstockzüge sollen den Intercity wieder attraktiv machen.
Die Erfahrung zeigt, dass bei der Deutschen Bahn gerne um den heißen Brei herum geredet wird. Ulrich Homburg aber, im Vorstand der Bahn für den Personenverkehr zuständig, zeigte sich kürzlich verblüffend offen: "Die Intercity-Flotte", so räumte er ein, "ist in einem schlechtem Zustand".
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Hoch zwei: 469 Sitzplätze werden sich in den neuen IC-Doppelstockzügen der Deutschen Bahn finden. (© DB Systel GmbH)
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Ein Zugeständnis, das Homburg sich leisten kann, denn: Von 2013 an soll durch den Einsatz von 27 nagelneuen IC-Zügen mit Doppelstockwaggons, die für bisher vernachlässigte Randgebiete im bundesweiten Schienennetz gedacht sind, alles besser werden.
Bezogen auf die Gesamtmenge des in die Jahre gekommenen Rollmaterials ist das zwar zunächst nicht viel mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein. Aber: Die 360 Millionen Euro für 27 Loks und 135 Doppelstockwaggons sollen nur der Anfang von insgesamt zwölf Milliarden Euro sein, die in den kommenden fünf Jahren in neues Rollmaterial investiert werden sollen.
Die bisherigen IC-Züge, grau in grau und nicht zu verwechseln mit dem Intercity Express ICE 2, der im letzten Sommer für das Malheur mit den Klimaanlage verantwortlich war, sind mit Millionen von Kilometern auf dem Buckel längst nicht mehr der Renner.
Als mittleres Segment zwischen Regional- und Hochgeschwindigkeitsverkehr gehören sie zum Fernverkehr der von Pleiten, Pech und Pannen geschüttelten Bahn. Doch in den zurückliegenden Jahren wollte sich um diesen Mittelbau kaum jemand kümmern. Und im Vergleich zu den Hochgeschwindigkeitsstrecken kommt der Intercity bei den Städteverbindungen nur mit mäßigem Tempo voran.
An Geschwindigkeiten um 200 Kilometer pro Stunde war 1971 gedacht, als mit dem IC "das erste Fernzug-System der Welt mit regelmäßigem Zwei-Stunden-Takt" - so der Slogan - eingeführt wurde. Weil dann aber das Geld für den Ausbau der Trassen fehlte, kamen die Intercity-Züge in der Regel nicht über 160 km/h hinaus.
Während Automobilhersteller ihre Fahrzeuge oft so lange einer kontinuierlichen Aufwertung unterziehen, bis aus dem Kleinwagen ein Mittelklassefahrzeug und aus der Mittelklasse eine Limousine wird, ging die Deutsche Bahn den umgekehrten Weg. Beim Intercity wurde der Speisewagen durch Bord-Bistros ersetzt, um Personal einzusparen. Wagenmaterial wurde vom InterRegio übernommen.
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"Die Doppeldecker an sich sind schon recht alt,sie stammten noch aus den 30 ger Jahren und hatten in der Ex DDR eine hohe Verbreitung gehabt. Das man diese Wagen fuer die hohen Geschwindigkeiten fitt machen muss,dass sollte man doch auch schon wissen."
Die Doppeldecker stammen gar nicht aus den 30er Jahren. Dann könnte man auch schreiben "E-Loks stammen aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg..." Diese Aussage ist komplett sinnlos.
Damals gab es zum ersten Mal doppelstöckige Eisenbahnwaggons auf der Lübeck-Büchener Eisenbahn.
In Deutschland gab es in den 50ern nochmal ein paar Versuche.
In der DDR waren sie im Nachverkehr seit den 60ern allgegenwärtig.
Die aktuell fahrenden DoStos stammen aus den 90ern und werden jetzt auch noch gebaut. In Ostdeutschland fahren mitunter noch ältere Modelle, aber die werden auch nciht "fitt gemacht" sondern sind lediglich im Nahvverkehr eingesetzt...
Die von der Länderbahn (ALEX) verwendeten Dieselloks sind übrigens keine "Uraltdieseldinger" sondern Siemens EuroRunner, die seit 2002 in Bau sind - und bei der ÖBB die Standarddieselloks sind. Höchstgeschwindigkeit ist 140. Genauso wie bei der DB BR 218.
Höhere Geschwindigkeiten scheitern aber vor allem am miserablen Unterbau, für eine Steigerung müsste die Strecke neu verlegt, nicht nur elektifiziert werden...
"So stammen doch das Gros der zweiten Generation der IC-Doppelstöcker von Stadler. Ebenso werden die neuen Bombardier Kompositionen zum grossen Teil in der Schweiz gefertigt."
Es gibt nur eine Generation IC-Doppelstöcker. Und die stammen von Schindler Waggon, einer Firma die nur von 1993 bis 2001 existierte.
Die neuen Bombardier-Kompositionen werden nur zu einem Teil in Villeneuve gebaut, zum anderen in Görlitz.
Und Bombardier macht das wohl so wie Stadler: Züge für die Schweiz werden teilweise in der Schweiz hergestellt, die für Deutschland in Deutschland.
"Siemens bezieht das Gros des modernen Lokbaus aus der Schweiz.
Ebenso Bombardier (in Villeneuve VD) und Alstom (Baden und Basel)."
Sie meinen wohl: Die Schweiz bezieht einen Großteil der modernen Loks von Siemens (Re.474). Und den Rest von Bombardier (Re.482/484). Und eure Dieselloks kommen von Vossloh (Am.843).
Übrigens hat hier niemand über die Schweiz hergezogen. Sie haben die Schweiz erst ins Spiel gebracht. Es wurden lediglich auf ihre inhaltlichen fehler hingewiesen und diese korrigiert.
Fakt ist: Die lange und erfolgreiche Tradition des Schweizer Lokomotivbaus kam in den 90er Jahren zum Erliegen, nur noch das neue Unternehmen Stadler Rail hält ein bisschen die Fahne hoch.
Fakt ist aber auch: In Deutschland läuft bei der Bahn einiges schief. Die SBB hingegen ist nahezu vorbildlich. Davon könnte sich die DB die ein oder andere Shceibe abschneiden..
Es ist erstaunlich wie falsch ihre Aussagen sind. Ist da eigtl einen richtige dabei?
"Die Schweiz hatte 1920 das Gros des Streckennetzes elektrifiziert, während die Deutschen bis Ende 70er Jahre noch mit Dampfloks rumgurkten."
Betrachten wir hierzu folgende Auskunft eines großen Internet-Lexikons (dessen Eisenbahn-Einträge in der Regel qualitativ sehr gut sind):
"Der Kohlenmangel im Ersten Weltkrieg veranlasste die SBB, zunächst die Strecken Bern–Scherzlingen (Thun) und Brig–Sion zu elektrifizieren, letztere noch mit Drehstrom als Anschluss zum Simplon-Netz. 1920 konnte dann die Rampenstrecken der Gotthardbahn elektrisch betrieben werden und bis 1928 wurde mehr als die Hälfte der SBB-Strecken elektrifiziert. Danach folge eine Abflachung in der nur noch Lücken geschlossen wurden. Erst der Zweite Weltkrieg führte zu einer erneuten grossflächigen Elektrifizierung der SBB mit sogenannten Notelektifizierungen, wo mit möglichst geringem Aufwand auch die Nebenstrecken elektrifiziert wurden."
Bleibt festzuhalten: 1920 steckte die Elektrifizierung in den Kinderschuhen und 1928 war gerade mal die Hälfte elektrifiziert.
Ergänzend dazu muss man sagen, dass auch in Deutschland landschaftlich entsprechende Gegenden einen höheren Elektrifizierungsgrad hatten - Bayern, Österreich, Schlesien.
Und Dampfloks wurden icht zuletzt deshalb solange verwendet, weil dies der einzige in Deutschland vorkommende Rohstoff ist (von Wasserkraft mal abgesehen). Die Schweiz hat noch nicht mal den...
Die letzte Dampflok in der Schweiz fuhr übrigens 1967 - in Westdeutschland 1977. In Ostdeutschland 1991 - was daran lag, dass nach der Ölkrise, die DDR sich Diesel nicht mehr leisten konnte.
"Die Schweiz muss Deutschland mit ein paar Hundert Millionen Schweizerfranken Entwicklungshilfe leisten (wie für ein 3 Weltland) da Deutschland kein Geld hat, die Strecke Lindau-München zu elektrifizieren, bis dato gurken die Deutschen dort mit Uraltdieseldingern im RAngierloktempo rum."
Auch diese Aussage ist so nicht richtig: Die Deutsche Bahn hat kein Interesse die Strecke München-Lindau-Zürich zu elektrifizieren. Warum müssen Sie die DB fragen. Vielleicht weil, die Schweiz nicht wichtig genug ist? Vielleicht aber auch, weil Sie auf der Relation München-Lindau kaum noch Züge fährt.
Die von der Länderbahn (ALEX) verwendeten Dieselloks sind übrigens keine "Uraltdieseldinger" sondern Siemens EuroRunner, die seit 2002 in Bau sind - und bei der ÖBB die Stand
"Dahinter steckt immer ein kluger Kopf." Nicht jeder Kommentar hier ist brillant, aber wenn man sich hier so durch-liest, dann stellt man fest: Die LeserInnen wissen mehr als die Zeitung. Das ist schön. Andererseits ist es traurig.
Wenn man das Bild anschaut, sieht man ja schon: Das ist genau der Nahverkehrs-Doppelstockwagen, den viele Pendler so gut kennen, nur anders gestrichen.
Wir können gespannt sein, wie die Fernreisenden ihr Gepäck unterbringen. Das ist in allen neuen Zügen ein großes Problem, ob Nah- oder Fernverkehr.
Die Schweizer Eisenbahnindustrie kaputtgemacht haben übrigens Deutsche (u.a. AD Trans).
Wie üblich, sind einige Fakten, die Sie aufzählen, falsch.
1. AdTranz (mit z)
2. War ein Zusammenschluss von ABB Transportation und Daimler Benz Transportation
3. ABB zog sich 1999 aus dem Geschäft zurück
Unter Göran Lindahl (Schwede) wurde ABB neu aufgestellt, was negative Folgen für den Gesamtkonzern hatte. Jörgen Centermann (Schwede) versuchte ab 1.1.2001 noch im IT-Hype was zu retten, aber dann ging's bekanntlich arg bergab, mit vielen Wechseln im Vorstand. Bei der ABB kursierte damals das Sprichwort 'Was ist der Unterschied zwischen Swissair und ABB?' Antwort: 4 Wochen...
Ich arbeitete in den 90ern eine Zeit lang für einen grossen Deutschen Konkurrenten der ABB (guess who?). Im Sektor Hoch- und Mittelspannung war die ABB technisch überlegen, im Automatisierungssektor eher wir. Auch wir kauften z.B. Frequenzumrichter bei ABB und setzten diese in unseren Projekten ein. Viele Projekte (auch Transportation) liefen gemeinsam, ich arbeitete gern mit den ABB Kollegen (aus D oder CH) zusammen.
Vielleicht sollten Sie mal die betroffenen ABB-Mitarbeiter fragen, wer ADTranz kaputt gemacht hat. 'Die Deutschen', wie Sie's gerne formulieren sicher nicht. Das war schon selbst gemachtes Unvermögen.
Alsthom übernahm 1999 Anteile von ABB Power und Transportation (s.o.). Hat auch nix mit germanischen bösen Umtrieben zu tun. Punkt.
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