Detroit Motor Show 2012 Frühling am Detroit River

Die Show in Detroit ist die erste Automesse des Jahres. Die Hersteller aus Europa, Asien und Übersee präsentieren sich mit breiter Brust und vielen Neuheiten.

Von Michael Specht

Rekordabsätze und Milliardengewinne: Der Autobranche geht es gut wie nie zuvor. Zumindest gewinnt man diesen Eindruck auf der NAIAS 2012, der North American International Auto Show, die noch bis 22. Januar in Detroit läuft. Keine drei Jahre ist es her, da prophezeiten Pessimisten nicht nur das Aus für die NAIAS, sie senkten ihre Daumen auch für die taumelnden US-Hersteller General Motors, Ford und Chrysler.

Heute wissen wir: Selten hat man so falsch gelegen. Das Tempo, mit dem die Autobauer aus der Krise fuhren, übertraf selbst die kühnsten Prognosen. Und auch die deutschen Konzerne vermelden Superlative: Nie hat man in den USA mehr Autos verkauft als 2011, zusammen erstmals mehr als eine Million Stück.

Von schlechter Stimmung also keine Spur, auch wenn es in den Cobo-Hallen am Detroit River dieses Mal erheblich weniger Weltpremieren zu sehen gibt als noch im Jahr zuvor. Dafür sind diese umso attraktiver. Angefangen bei Mercedes. Die Stuttgarter brachten den neuen SL mit nach Michigan - nicht ohne Grund. In Amerika begann 1954 die Karriere dieser Ikone, und noch heute sind die USA der Hauptmarkt für den Luxus-Roadster.

Die andere Premiere der Schwaben nennt sich: modularer Hybridbaukasten. Debüt feiert der E 400 Hybrid mit einem CO2-Ausstoß von nur 149 Gramm, was einem Verbrauch von 6,7 Litern entspricht. Vorgesehen ist die Limousine allerdings nicht für Deutschland. Hier kommt dafür im Sommer der erste Diesel-Hybrid, der E 300 BlueTec Hybrid, auf den Markt. Angesichts eines Verbrauchs von 4,2 Litern spricht Mercedes vom sparsamsten Oberklasse-Modell der Welt. Das Auto soll rund 3000 Euro mehr kosten als der konventionelle E 300 CDI.

Nur ein paar Meter weiter der Nachbar aus Zuffenhausen. Von 2007 bis 2010 hatte sich Porsche komplett von Detroit ferngehalten. "Unser Markt ist in Kalifornien", so hieß es damals. Nun präsentiert der Sportwagenhersteller hier sein neues 911 Cabriolet - und brachte das passende Wetter gleich mit. Statt traditionell eisiger Temperaturen und unverhofften Schneestürmen schien zum Auftakt der Messe dieses Mal die Sonne.

Konzernmutter Volkswagen rollte in Detroit ihren zweiten Hybrid auf die Bühne. Nach dem Touareg folgt im November der Jetta Hybrid, der nur wenig mehr als fünf Liter verbrauchen soll. Zu uns kommt das Ökoauto Anfang 2013. Auf null Emissionen und 100 Prozent Emotionen setzt VW daneben mit seiner Studie E-Bugster, einem zweisitzigen Elektro-Käfer mit flacher Silhouette, Panoramascheibe und riesigen Rädern. "Der Bugster zeigt, was wir alles mit dem Beetle auf die Beine stellen können", sagt VW-Designer Marc Lichte. Eine Serienversion ist so gut wie sicher, dann allerdings mit konventionellem Antrieb.

BMW, jüngst zur größten Premium-Marke in den USA avanciert, schickte erstmals seinen neuen Dreier auf eine Messe und zeigt gleichzeitig zwei Hybridmodelle - den Active Hybrid 3 und das technisch identische Pendant der Fünfer-Baureihe. Beide gibt es ausschließlich als Limousine, weil sich Kombis in den USA traditionell schlecht verkaufen. Die britische Konzerntochter Mini spielt einmal mehr die Lifestyle-Karte aus und präsentiert den knackigen Mini Roadster. Mit 3,73 Metern Länge und zwei Sitzen ein Fall für Puristen. Das Verdeck muss von Hand betätigt werden.