Fahnder entdecken immer mehr Zerlegehallen, aber die Hintermänner bleiben oft unerkannt.
Scheinwerfer, Alufelgen oder Navigationsgeräte sind Ersatzteile, die Diebe locken. Dabei klauen diese immer häufiger Autos, um sie auszuschlachten und die Teile zu verkaufen. Eine Statistik darüber gibt es nicht, aber ein klares Indiz.
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"Es werden immer mehr Zerlegehallen entdeckt", sagt Karsten Linke, Experte für Kriminalitätsbekämpfung beim Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft, der Süddeutschen Zeitung. In vielen Regionen steige die Nachfrage nach Ersatzteilen, ob in Osteuropa, dem Nahen Osten oder Afrika.
Diese Einschätzung teilt auch das Bundeskriminalamt (BKA). Ersatzteilbedarf in diesen Regionen werde ¸¸verstärkt durch kostengünstigere Teile zweifelhafter oder illegaler Herkunft gedeckt".
Im Schrott getarnt
Das Geschäft ist einfach und lukrativ: Die Ersatzteile werden meist über das Internet verkauft, ihr Transport ist deutlich einfacher, als ganze Autos ins Ausland zu verschieben. Meist transportieren die Banden die Einzelteile gut getarnt unter Schrott. Die Täter werden seltener entdeckt, als wenn sie mit dem Auto über die Grenze fahren.
Erstmals beobachtete die Versicherungswirtschaft das Phänomen im Jahr 2001. Seitdem wächst der Markt für zerlegte Wagen rapide, sagt Linke. Hier seien professionelle Banden am Werk, die in Osteuropa Zerleger anwürben. Sie schlachteten in Gruppen die gestohlenen Fahrzeuge im Akkord aus. Nach zwölf Stunden sei nur noch das stählerne Skelett übrig, sagt der Experte.
In den Zerlegehallen, die entdeckt werden, findet die Polizei häufig fertig abgepackte Ersatzteile mit Preisschildern. Am Bestimmungsort setzen die Täter teilweise die Autos sogar wieder komplett zusammen. Der zunehmende Warenverkehr in West-Ost-Richtung in Europa erleichtere den unerkannten Transport von Fahrzeugen und Teilen, sagte eine Sprecherin des Bundeskriminalamtes.
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