Die Autoindustrie hat noch keine rechte Antwort auf die Frage nach dem Antrieb von morgen.
Das beste Beispiel für das richtige Auto zur falschen Zeit ist der "Lupo" von VW. Dieser "Wolf" wurde in den Jahren 1998 bis 2005 gebaut. Es war das erste Drei-Liter-Auto der Welt im regulären Sortiment eines großen Autoherstellers. Den "Lupo 3L TDI" konnte man kaufen, doch kaum einer wollte ihn haben. Über die Gründe wurde vielfach gerätselt. Die größte Hürde für den Hightech-Zwerg war wohl sein hoher Einstiegspreis von 27.381,60 D-Mark. Für den gab es noch dazu besonders wenig. "Die Serienausstattung umfasst so gut wie nichts", entrüstete sich ein Autotester. VW hatte alles getan, um Gewicht zu sparen. So enthielt der Spar-"Lupo" zwar ein Magnesium-Lenkrad, extradünne Scheiben und Teile aus Aluminium - aber eine Zentralverriegelung oder elektrische Fensterheber waren nicht einmal gegen einen Aufpreis zu haben.
Zurück in "sein" Fahrzeug blickt Testfahrer Norbert Ermisch in Wolfsburg, als er nach einer Weltumrundung in 80 Tagen nach 33.333 Kilometern einen VW-Lupo 3L TDI in die Piazza der VW-Autostadt gefahren hat. Das Fahrzeug verbrauchte auf der durch fünf Kontinente führenden Strecke 793 Liter Dieselkraftstoff, was rund 2,38 Liter je 100 Kilometer Fahrstrecke entspricht. (© Foto: dpa)
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Es war einmal: der 3-Liter-Lupo
Noch heute steht im Internet eine Seite aus dem Jahr 2000 über die Rekordfahrt des Lupo in 80 Tagen um die Welt - mit 792,57 Litern Treibstoff. Beim Durchqueren von fünf Kontinenten sind 33.333 Kilometer gefahren und 2,38 Liter auf hundert Kilometern verbraucht worden, bei einer Geschwindigkeit von immerhin 85,6 Kilometern pro Stunde (www.lupo80days.com). Der Ausstoß an Kohlendioxid lag mit 81 Gramm pro Kilometer weit unter allen Limits der EU-Kommission. Es half nichts. Im Mai 2005 nahm VW das Auto aus dem Angebot. Niemand vermisste es - bis zum Beginn der Klimakiller-Debatte Ende 2006.
"Mit einem Produkt zu früh herauszukommen, ist genauso schlecht, wie zu spät", sagte einmal Lee Iacocca, der Chrysler-Chef vor der Zeit von Daimler-Chrysler. Was Geld kostet und sich nicht rentiert, das bringt Ärger mit Kunden und Belegschaften, Aktionären und Lieferanten. Bei Audi war mit dem Alu-Technologieträger "A2" ähnliches geschehen wie mit dem "Lupo" bei VW. "Wir sind keine Sozialstation", brachte Audi-Chef Rupert Stadler die Sache betriebswirtschaftlich auf den Punkt und die Umweltpolitiker gegen sich auf.
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selbst ein Spardiesel mit 4,5 Litern Durchschnittsverbrauch sieht bei den heutigen Dieselpreisen gegen LPG alt aus.