Crashtest-Jubiläum bei Volvo Auftrag: Totalschaden

Volvo produziert sein zehn Jahren massenweise Unfälle im Auftrag der Sicherheit - weil Schweden die "Vision Zero" hat: Bis 2020 soll es keine Verkehrstoten mehr geben.

Von Sebastian Viehmann

Wir schreiben das Jahr 2009, es ist einer dieser lauen Spätsommertage in Südschweden. Eine junge Familie ist mit einem neuen Volvo V70 unterwegs nach Hause, der Mann fährt, der einjährige Sohn schlummert in der Baby-Sitzschale auf der Rückbank. Plötzlich, in einer lang gezogenen Kurve der Landstraße, kommt der Familie ein älterer Volvo auf ihrer Fahrbahnseite entgegen.

Volvo Crashtest-Zentrum

Ein missglückte Crashtest-Demo: Dieser Volvo knallte ungebremst in den Lkw.

(Foto: Foto: Pressinform)

Zum Ausweichen ist es zu spät, mit 60 km/h prallen beide Autos mit voller Wucht aufeinander. Ein ohrenbetäubender Knall erfüllt die Luft, die Fronten beider Autos werden zerquetscht, Splitter und Trümmer fliegen durch die Luft. Schon nach einer Sekunde ist alles vorbei, gefolgt von einer gespenstischen Stille.

Plötzlich ertönt ein Hornsignal, gleißende Scheinwerfer beleuchten die Unfallstelle. Der Unfall war nur eine Simulation in einem der größten Crash-Zentren Europas - bei Volvo in Göteborg. Die Autos waren mit Kabel verbunden und wurden mit 2000 PS starken Elektromotoren auf Schienen in ihr sicheres Verderben geschickt.

Der Test beruht auf einem echten Unfall - zum Beleg stehen die Wracks neben den gelb lackierten Testfahrzeugen. Den Betrachtern läuft ein Schauer über den Rücken: Am Airbag des 13 Jahre alten Volvos klebt Blut. Die Rettungskräfte mussten damals das Dach abschneiden, um den eingeklemmten Fahrer schonend befreien zu können.