CO2-Debatte verunsichert Kunden - sie zögern, neue Autos zu kaufen. Verbrauch und Abgaswerte vieler Modelle sind ihnen zu hoch.
"Bisher starben am Tag drei Autohäuser in Deutschland, jetzt sind es fünf", beklagt Burkhard Weller. Der Besitzer von insgesamt 33 Autohäusern in der ganzen Republik mit Stammsitz in Berlin nennt auch den Grund dafür: "Die Privatkunden kommen einfach nicht mehr, weil sie wegen der CO2-Diskussion komplett verunsichert sind." Werde in die Kraftfahrzeugsteuer wie geplant auch der Kohlendioxid-Ausstoß eingerechnet, müssten - so meint Weller - die Autofahrer vermutlich 100 bis 150 Euro pro Jahr mehr ausgeben, doch: "Die Politik sagt eben nichts Konkretes dazu."
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Mehr als neun Prozent weniger Neuzulassungen
Tatsache ist, dass im ersten Halbjahr 2007 um 9,2 Prozent weniger Pkw von Privatpersonen neu zugelassen wurden, so die aktuellen Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes; das sind 159 000 Autos weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Und allein im Juni 2007 betrug das Minus sieben Prozent. Beim Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK), dem mehr als 80 Prozent der Werkstätten und Autohäuser in Deutschland angehören, geht man davon aus, dass etwa "40 000 Personen ihren Autokauf allein wegen der CO2-Debatte verschoben haben", so ZDK-Verbandssprecher Helmut Blümer, "und nicht, wie so oft behauptet wird, wegen der Mehrwertsteuererhöhung".
Denn die am häufigsten gestellten Fragen der Kunden im Autohaus bezögen sich auf die Umweltdiskussion: "Wie viel kostet die Steuer für das Auto nächstes Jahr?", "Darf ich damit in eine Umweltzone?" und "Wann geht es mit der neuen Steuer überhaupt los?". Da der Handel keine befriedigenden Antworten geben könne, zögen viele potentielle Kunden unverrichteter Dinge wieder ab, und "der Handel ist der Blöde", gibt Blümer die Stimmungslage wider. Viele Händler erinnere das alles an die Diskussionen vor vielen Jahren über den Katalysator und das bleifreie Benzin. Auch damals waren die Autofahrer unsicher - niemand wollte eine vielleicht falsche und damit teure Entscheidung treffen.
Beim Automobilhandel hofft man jetzt auf eine "schnelle Entscheidung durch die Politik zur Neuordnung der Kfz-Steuer", denn der Rückgang der privaten Nachfrage an Autos bedeute für die Betriebe ganz klar eine "existenzbedrohende Entwicklung".
(SZ vom 9.7.2007)
Also, da ist mal wieder die Politik schuld, ganz klar. - Was sitzen nur für Manager in unseren großen Automobilfirmen? Den Kat haben sie verschlafen, bleifreies Benzin natürlich auch, und sie bauen munter die falschen "Großkotzwagen" für vorgestern und wundern sich dann, wenn die heute keiner mehr will. Da braucen wir nicht neue Gesetze, neue Politiker etc., sondern endlich Manager, die die Autos bauen lassen, die heute und morgen gebraucht werden. An unseren Technikern liegt es bestimmt nicht. Aber manche meinen halt immer noch, lieber die Lobby schmieren lassen als in den Fortschritt investieren.