Im Westen kaum bekannt

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Die Zahlen verdeutlichen den Zustand der chinesischen Autobranche. Denn obwohl die Fahrzeugzahl geringer ist, lag der Wert der Importe über dem der Exporte: China verkauft vor allem Billigautos. Die im Westen fast völlig unbekannten chinesischen Autohersteller haben sich in den vergangenen Jahren auf billige Autos aus schlanker Produktion konzentriert - und mit der Taktik großen Erfolg gehabt. So steigerte die zur Geely Group gehörende Marke Maple ihre Verkaufszahlen im vergangenen Jahr um 143 Prozent. Der Marktanteil bleibt mit 25.400 Fahrzeugen gering.

Doch Maple verkündet, schon ab 8000 verkauften Fahrzeugen kostendeckend zu arbeiten. Fabrikneue Kleinwagen ohne Luxus und Hightech sind in China schon für 3000 Euro zu haben - Preise, für die man im Westen kaum einen Gebrauchtwagen findet. Mit Billigautos konzentrierten sich die chinesischen Firmen noch auf den Markt in Schwellen- und Entwicklungsländern wie Indien oder Nigeria. Doch Herstellern wie Geely oder Chery reicht auch das nicht. So unterzeichnete Chery Automobile einen Vertrag mit dem US-Händler Visionary Vehicles über die Lieferung von 250.000 Kleinwagen.

Kleinwagen-Konkurrenz

Anfang Februar gründete Konkurrent Chery ein Joint Venture in Russland, um von dort Autos nach Europa zu schicken. In wenigen Jahren werden chinesische Autofirmen vor allem in der Kleinwagensparte zu ernsthaften Konkurrenten für etablierte Firmen werden.

Erst sehr zögerlich beginnen auch ausländische Konzerne Fertigungskapazitäten in China für den Export zu nutzen. VW beliefert Australien aus der Volksrepublik. Honda schickt den Kleinwagen Jazz sogar nach Deutschland.

Chinas Exportziele wurzeln auch in den gigantischen ungenutzten Produktionskapazitäten. Nach Statistiken der Entwicklungs- und Reformkommission leidet die Branche schon jetzt unter Überkapazitäten für zwei Millionen Fahrzeuge. Hinzu kommen Produktionskapazitäten für 2,2 Millionen Einheiten, die sich gerade im Bau befinden, und weitere acht Millionen, die derzeit geplant sind. Bei manchen Herstellern stehen die Fließbänder oft wochenlang still.

Um den Markt zu konzentrieren, ordnete die Reformkommission Ende Januar die Schließung von 144 inländischen Herstellern an. Einige der chinesischen Firmen produzieren nur wenige hundert Fahrzeuge im Jahr, die fast komplett per Hand zusammengeschraubt werden.

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(SZ vom 13. 2. 2006)