Mit billigen Autos wollen die Chinesen den Weltmarkt erobern. Noch kämpfen die Hersteller mit Problemen, doch die etablierten Konzerne erwartet harte Konkurrenz.
China wird zum Konkurrenten für westliche Autohersteller. Erstmals in der Geschichte der Volksrepublik hat das Land 2005 mehr Autos aus- als eingeführt. Anfang Februar veröffentlichte das Pekinger Handelsministerium die Zollstatistik des vergangenen Jahres. 170.000 Fahrzeuge mit dem Label ¸¸Made in China" wurden an den chinesischen Containerhäfen verladen. Im gleichen Zeitraum waren dort nur 160.000 Fahrzeuge aus dem Ausland angekommen.
Chery Automobile präsentiert das Modell S16. (© Foto: AFP)
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Der Trend hatte sich bereits im vergangenen Jahr angekündigt. Auf dem Leipziger Autosalon präsentierte der BMW-Joint-Venture-Partner Brilliance die Mittelklasse-Limousine Zhonghua. Das Fahrzeug - einem BMW auf den ersten Blick gar nicht unähnlich - wird von einem Motor aus Mitsubishi-Herstellung angetrieben und erreicht eine Spitzengeschwindigkeit von 190 Stundenkilometern.
Brilliance ließ sich bei der Entwicklung von ausländischen Partnern und Zulieferern unter die Arme greifen. ¸¸Der Zhonghua soll die erste chinesische Limousine sein, die nach Deutschland exportiert wird", hatten stolze Firmenvertreter angekündigt. Entsprechend groß war der Nachhall in der deutschen und chinesischen Presse.
"Das Auto, das sogar die Deutschen kaufen"
Doch schon wenige Tage nach der offiziellen Deutschlandpräsentation wurde deutlich, dass sich der ambitionierte Konzern aus dem nordostchinesischen Shenyang tatsächlich kaum für den deutschen Markt interessierte. ¸¸Wir hoffen, dass der Export nach Deutschland den Verkauf im Inland ankurbelt", sagte Pressesprecher Lü Qiang. Brilliance hoffte auf den Werbeeffekt durch Schlagzeilen nach dem Motto ¸¸Das Auto, das sogar die Deutschen kaufen."
Doch es blieb nicht nur bei Werbeaktionen. Im Sommer traf tatsächlich eine Lieferung chinesischer Automobile in Europa ein: 200 Geländewagen vom Typ ¸¸Landwind" des chinesischen Herstellers Jiangling Motors. Die Autos wurden in den Niederlanden für 17.000 Euro pro Fahrzeug angeboten - deutlich unter den Preisen westlicher Konkurrenzmodelle.
Chinas Regierung hat der Branche hohe Zielvorgaben gegeben. Bis zum Jahr 2010 soll die Volksrepublik Fahrzeuge und Teile im Wert von 70 bis 100 Milliarden Dollar exportieren. China wäre dann eines der wichtigsten globalen Produktionszentren der Automobilindustrie. Schon jetzt steigen die Fahrzeugexportzahlen jedes Jahr im dreistelligen Prozentbereich. Der Gesamtwert der ausgeführten Fahrzeuge lag 2005 bei 1,6 Milliarden Dollar, was gegenüber dem Vorjahreszeitraum einem Anstieg von 158,4 Prozent entspricht. Der Wert der eingeführten Fahrzeuge sank um 4,5 Prozent auf 5,2 Milliarden Dollar.
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