Von Sebastian Viehmann

CDs am Innenspiegel, Haarspray aufs Kennzeichen - gegen Radarfallen gibt es wilde Tricks. Doch es geht einfacher - manche Navis integrieren einen Blitzer-Warner. Nur: Ganz legal ist er nicht.

Sie sind hinter Büschen verborgen, als Mülltonne getarnt oder im Schilderwald versteckt: Fest installierte Radarfallen sorgen täglich für zahllose Bissspuren im Lenkrad geblitzter Autofahrer. Ihnen aber lässt sich vorbeugen - mittels Navigationssystem.

Blitzer-Warner, Radarfalle, Geschwindigkeitskontrolle Warnung Falk Bild vergrößern

Neben einem Warnton weist auch ein Symbol auf dem Navibildschirm auf nahende Blitzer hin. Hier warnt der Hersteller Falk vor stationären Geschwindigkeitskontrollen... (© Foto: oh)

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Falk etwa liefert mit der neuen "N"-Serie einen kostenlosen Blitzer-Warner. Den geneigten Raser unterstützt dabei eine Datenbank, in der fest installierte Radarfallen verzeichnet sind. Der Warner soll so Geschwindigkeits- wie Ampel-Blitzer melden. "Steht eine stationäre Verkehrsüberwachungs-Anlage kurz bevor, ertönt ein Warnsignal, und es erscheint ein Symbol auf dem Bildschirm", verspricht Falk in einer Mitteilung.

Während der Fahrt: ausschalten!

Was zunächst fantastisch klingt, hat leider einen Haken: Rechtlich bewegt man sich auf dünnem Eis. Falk reicht die Verantwortung denn auch gleich an die Nutzer weiter: "Der Betrieb des 'Blitzer-Warners' ist im Anwendungsbereich der Straßenverkehrsordnung gemäß § 23 Absatz 1b STVO und in weiteren europäischen Ländern nicht erlaubt. Der Blitzer-Warner darf nur für die Routenplanung verwendet werden und muss während der Fahrt ausgeschaltet sein", heißt es bei Falk.

Genau dort liegt aber der Hase im Pfeffer, denn ob Navigationssysteme mit einer Blitzer-Datenbank unter den besagten Paragraphen fallen, wird unter Verkehrsrechtlern noch heiß diskutiert.

Paragraph 23 verbietet den Betrieb von Geräten, die dafür bestimmt sind, "Verkehrsüberwachungsmaßnahmen anzuzeigen oder zu stören". Eindeutig erwähnt werden Radarwarner und Laserstörgeräte. Solche Geräte kann die Polizei sogar beschlagnahmen. Navigationssysteme mit Blitzer-Warner beziehen ihre Informationen allerdings von einer Datenbank, senden also keine Störsignale aus und können auch keine mobilen Radarfallen erkennen.

Zudem könnte man argumentieren, dass solche Systeme die Verkehrssicherheit erhöhen. Denn schließlich werden stationäre Blitzer angeblich vor allem an Unfallschwerpunkten aufgebaut. Damit würden Blitzer-Warner zu einer vorsichtigeren Fahrweise führen und das Unfallrisiko mindern. Bei mobilen Radarfallen arbeitet die Polizei in manchen Regionen sogar mit Radiosendern zusammen, um das gleiche Ziel zu erreichen.

Auf der nächsten Seite lesen Sie, weshalb der ADAC derartige Warner ablehnt.

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