VW do Brasil hatte mit dem SP2 einst ein schickes Coupé im Angebot, das es leider nie nach Europa schaffte. Der Schweizer Beat Bähler fährt dennoch eines der raren Exemplare.
Eigentlich, sagte Rudolf Leiding einmal, habe seine Gattin den Wagen entwickelt. Mit ihrer Meinung zu den Design-Entwürfen des Autos, die der Chef von Volkswagen in Brasilien eines abends auf den Küchentisch legte. Mach' es so und mach' es anders, hier höher, da tiefer, ein bisschen schnittiger und etwas runder. Was genau gesprochen wurde zwischen Abendbrot und Schlafengehen, das weiß heute niemand mehr. Klar ist nur: Im Juni 1972 startete in Sao Paolo die Produktion von Sportwagen, der auch eine weibliche Handschrift trugen - VW SP1 und VW SP2.
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VW SP2: Ein Sportcoupé von VW do Brasil, an dem eine Frau mitgewirkt hat. (© Foto: Carsablanca)
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Die große Unbekannte
Dass Leiding so sehr seiner Frau vertraut hatte, war Jahre später wohl das Glück für Beat Bähler (Bruci71). "Ich hatte lange nach einem VW SP2 gesucht", sagt der Schweizer. Doch als er tatsächlich eines Tages vor einem stand, konnte er sich nicht mehr so recht durchringen, zuzuschlagen. Bähler sah das Auto, sah aber auch all die Arbeit und Zeit, die er noch reinstecken würde. Seine Freundin aber sah es anderes: einen niedlichen Flitzer voller Schwung und Eleganz, mit perfekt gesetzten Akzenten, mit Charme und dem gewissen Etwas. Ein Auto, sportlich, aber nicht muskulös, ein Kavalier auf vier Rädern. "Sie sagte: 'Nimm ihn. Wenn du ihn jetzt nicht holst, holst du ihn niemals mehr.'"
Wie wahr, meint Bähler. Er und sein Auto, das ist für ihn eine Art schicksalhaftes Zusammentreffen. Eine Liebe auf den ersten Blick, die im VW-Museum in Wolfsburg entflammte, als er zwischen Käfern und Bullis herumschlenderte und nicht ahnte, dass Volkswagen ihn überhaupt noch überraschen könnte.
"Man denkt immer, dass man alle Modelle von VW kennt", sagt der heute 37-Jährige. "Aber dann sah ich auf diesen Wagen, den ich nicht kannte und war einfach fasziniert." Bähler schlich um den Wagen herum, immer und immer wieder, staunte über die große Heckscheibe des Coupés und die lange Motorhaube, über die großen, schmalen Reifen und die eingetunnelten Doppelscheinwerfer, über die Kiemen hinter den Seitenfenstern, über die Eleganz dieser Flunder mit VW-Emblem. "Ein traumhaftes Auto. Aber ich erfuhr, dass die SP1 und der SP2 nur in Brasilien gebaut und niemals offiziell nach Europa importiert wurden. Ich schlug es mir aus dem Kopf, dass ich jemals einen fahren würde", sagt Bähler. Er fuhr weiter seinen VW 1200.
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