Karl-Heinz von Thühlen musste für seinen Traum vom unverwüstlichen Buckel-Volvo nicht lange auf die Suche gehen - er stand einfach in Nachbars Garten. Manchmal liegt das Gute doch so nah.

In der Serie "Blech der Woche" stellt die Redaktion von sueddeutsche.de Old- und Youngtimer vor - frei nach den Motti: Alte Liebe rostet nicht, oder: Liebe geht durch den Wagen. Schließlich ist die Beziehung von Mensch und Maschine eine unendliche Geschichte voller Leidenschaften.

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Stand einfach so auf dem Nachbargrundstück: der begehrte Buckel-Volvo (© Foto: Carsablanca)

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"Suchen Sie nicht nach dem Oldtimer, der gerade in ist. Suchen Sie nach dem, der in Ihnen drin ist!" Diesen Rat gab der legendäre Motorjournalist und Freund alten Blechs Fritz B. Busch seinen Lesern schon vor fast einem Vierteljahrhundert. Carsablanca-Mitglied Karl-Heinz von Thülen (Kalle-544) musste nicht lange suchen. Der Oldtimer, der in ihm "drin" war, stand auf dem Nachbargrundstück, seit der Sohn jenes Nachbarn ihn Anfang der neunziger Jahre aus seiner Wahlheimat im Norden von Schweden mitgebracht hatte - dort, wo es kein Salz auf den Straßen gibt und in Folge dessen viele gut erhaltene Oldtimer.

Der alte Schwede erfreute sich bei seinen deutschen Eigentümern durchaus großer Beliebtheit - und war doch immer nur die Nummer zwei. Die Rolle des Favoriten nahm ein Saab 96 mit Ford V4 Motor ein. Und genau diese Situation führte nach fünf Jahren bei der Nachbarsfamilie zur Entscheidung, den Bolvo-'Buckel' zu verkaufen. Der Saab war ihnen einfach mehr ans Herz gewachsen.

Karl-Heinz von Thülen hörte bei einem Gespräch am Gartenzaun von den Verkaufsplänen. "Ich war schon länger heiß auf so einen Wagen. Und so habe ich mir gedacht, bevor dieses gut erhaltene Exemplar, dessen Zustand ich bereits kannte, irgendwo hin in die Fremde verkauft wird, übernehme ich ihn."

Mit dem Nachbarn wurde sich der Mann aus dem niedersächsischen Landkreis Wesermarsch rasch einig, ein Handschlag besiegelte den Kauf. Künftig parkte der rote Volvo also in einer Garage auf der anderen Seite des Gartenzauns, ansonsten änderte sich wenig für den zu diesem Zeitpunkt bereits 32 Jahre alten Schweden. Allenfalls wurde er noch schonender und weniger bewegt als bisher. Eine Jahresfahrleistung von 5000 Kilometern gibt der neue Besitzer heute als Durchschnitt an.

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