Manchmal führt der Weg zum Traumauto über viele verschlungene Wege. So auch im Fall von Carolin, die erst auf Umwegen auf ihren Volvo 1800 E stieß.

In der Serie "Blech der Woche" stellt die Redaktion von sueddeutsche.de Old- und Youngtimer vor - frei nach den Motti: Alte Liebe rostet nicht, oder: Liebe geht durch den Wagen. Schließlich ist die Beziehung von Mensch und Maschine eine unendliche Geschichte voller Leidenschaften.

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In einem Internet-Forum hat Carolin ihren Volvo 1800 E aufgetan. (© Foto: Carsablanca)

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Die Wahl-Berlinerin Carolin (LaBelle) wundert sich immer wieder über die Reaktionen, die ihr Volvo 1800 Coupé bei Wildfremden auslöst. "Kinder neigen dazu, ihn zu streicheln, und die Erwachsenen schauen auf mein Auto, suchen nach dem Hersteller-Emblem - und haben dann erst recht das sprichwörtliche Fragezeichen auf der Stirn. Er schaut halt für einen Volvo recht untypisch aus".

Mit neuzeitlichen Fahrzeugen konnte Carolin noch nie so richtig etwas anfangen. Ihr erstes eigenes Auto war ein Opel Kadett B, der aus Familienbesitz stammte. Das war Anfang der neunziger Jahre. Es folgte ein weiterer B-Kadett, bis auch dieser von ihrem großen Bruder für schrottreif erklärt wurde. Nach einer Weile nahm sie den Rat ihres Bruders an und übernahm dessen relativ modernen 3er BMW, "...weil er es leid war, ständig an meinem Kadett herum schrauben zu müssen. Aber diese 325 Limousine war auf Dauer nix für mich, und auch der ziemlich neue Audi, den ich danach hatte, hat mir keinen richtigen Spaß gemacht."

Da traf es sich ganz gut, dass inzwischen aus beruflichen Gründen ein Umzug aus Carolins hessischer Heimat in die Bundeshauptstadt anstand. "In Berlin brauchst du eh kein Auto, habe ich gedacht. Ich bin Bus und Bahn gefahren und habe mir für kleine Touren eine 50er Oldtimer-Lambretta gekauft." Und damit passierte das Unheil: Roller und Fahrerin kamen bei einem Bremsmanöver auf Straßenbahnschienen ins Rutschen, was der Lambretta lediglich ein paar Kratzer, ihrer Besitzerin aber mehrere Wochen Krankenhausaufenthalt und eine dauerhafte Bewegungseinschränkung im rechten Bein einbrachten. "Zum Glück war ich damals schon fest bei einem Fernsehsender angestellt und hatte eine vernünftige Unfallversicherung, sonst hätte ich echte Existenzprobleme bekommen."

Auf den Roller traute sie sich nicht mehr, also musste doch wieder ein Auto her, und bitte eines mit Stil und einer gewissen Patina. Zunächst schaute sie sich einen "Schneewittchensarg", also einen Volvo 1800 ES an, doch ein Volvo Coupé schien ihr dann doch reizvoller. In Österreich wurde ein Exemplar angeboten, sogar behindertengerecht umgebaut, aber zu diesem Zeitpunkt war Carolin der Weg von der Spree bis in die Alpenrepublik zu weit, um ein Auto zu kaufen, dass sie zuvor nur auf Bildern gesehen hatte. "Ich habe gedacht, so etwas muss es doch auch in der Riesenstadt Berlin geben!"

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