Manchmal wird die Leidenschaft für ein bestimmtes Auto bereits in der Kindheit gelegt: Bei Ingo Axer war es die Fernsehserie "Ein Duke kommt selten allein", die ihn zum Besitzer eines Dodge Charger 318 cui V8 machte.
In der Serie "Blech der Woche" stellt die Redaktion von sueddeutsche.de Old- und Youngtimer vor - frei nach den Motti: Alte Liebe rostet nicht, oder: Liebe geht durch den Wagen. Schließlich ist die Beziehung von Mensch und Maschine eine unendliche Geschichte voller Leidenschaften.
Anzeige
Es war genau so, wie man es sich vorstellen würde. Als Kind saß Ingo Axer (technoide) vor dem Fernseher und die Dukes rasten in ihrem 69er Dodge Charger mit singender Presslufthupe durch Hazzard County. Mal auf der Flucht vor, dann auf der Jagd nach Boss Hogg und seinem nichtsnutzigen Sheriff, schossen Luke und Bo in ihrem orangefarbenen "General Lee" getauften Dodge durch den amerikanischen Hinterwald. Ingo Axer hockte im Wohnzimmer und wusste: Sie würden es wieder schaffen. Luke und Bo enttäuschten Ingo nie. "Die Sendung war wahrscheinlich der Grund dafür, dass der Charger mein Traumauto wurde", sagt der heute 34-Jährige. Bei welchem Jungen war das nicht so.
Doch, und auch das hatte Axer mit vielen Jungen gemein: Der Wagen blieb erstmal ein Traum, denn für den Schuljungen kam höchstens die Matchbox-Version in Frage. Obwohl er selbst noch gar keinen Führerschein hatte, wuchs in ihm die Begeisterung für böse Autos mit dicken Maschinen. Schon mit 16 begann er, sich ganz genau mit Autos zu befassen; schraubte mal hier an einem Motor und dort an einer Karosserie, und irgendwann war er so weit, dass er ganze Autos umbauen konnte.
Er griff zur Flex und schnitt alten VW-Käfern die Karosserie vom Chassis, um neue Karosserien darauf entstehen zu lassen. Gerüststeile, irgendwelche Bleche und was immer Axer in die Hände fiel, nutzte er, um seine abenteuerlichen Konstruktionen zu bauen. Die waren am Ende natürlich nichts für die Straße sondern für die Kiesgrube. "Da haben wir die Karren dann kaputt gefahren", sagt er. Das aber war aber nur der Anfang. Irgendwann später, als er die Lehre zum Schreiner hinter sich hatte, schraubte er für weniger zerstörerische Zwecke. Wenn mal etwas kaputt war am Auto, riefen Freunde und Bekannte nach Ingo, und der kam und brachte alles in Ordnung. Oft auch ohne das perfekte Werkzeug und nicht in der Halle. "Das habe ich alles über die Jahre selbst gelernt. Es kam schon vor, dass ich bei einem Golf das Getriebe vor der Haustür gewechselt habe", sagt Axer.
Doch neben all den deutschen Standard-Autos zwischen seinen Fingern blieb immer der Traum vom schönen Amerikaner: "Ich habe mich immer wieder mal für amerikanische Auto-Modelle interessiert", sagt Axer. "Besonders deshalb, weil sie einfach schön ab Werk sind. Das ist bei deutschen Autos nicht der Fall: Ein Golf zum Beispiel ist nichts Besonderes, wenn er vom Händler kommt. Er muss erst mit irgendwelchen Gimmicks beladen werden, bis er einigermaßen schön ist." Einen Ami kaufte sich der Rheinländer trotzdem nicht. Zu teuer.
Sie sind jetzt auf Seite 1 von 3 nächste Seite
- Blech der Woche (13): Chevrolet Corvette C1 Eine Legende zum Cruisen 25.07.2008
- Blech der Woche (12): Citroen GS/A, 1970 Der verkannte Franzose 16.07.2008
- Blech der Woche (11): Lotus Elite, 1982 Die Hassgeliebte 16.07.2008
- Blech der Woche (10): Rolls Royce Silver Cloud III SJR, 1965 Adel verpflichtet 11.07.2008
- Blech der Woche (9): Mercedes 230 Coupé Der Oldie für den Alltag 03.07.2008
Gedicht von Günter Grass zur Griechenland-Krise