Biosprit aus Holz, Stroh und Co. Audi fördert Kraftstoffe aus Mikroorganismen

Audi gibt den Traum vom CO2-neutralen Kraftstoff für Verbrennungsmotoren nicht auf. Als exklusiver Automobilpartner unterstützt die Marke das kleine Unternehmen Joule Unlimited. Schon der Name spricht für sich: unbegrenzte Energie. Die Biotechnologen mit Sitz im US-Bundesstaat Massachusetts beschäftigen sich mit Mikroorganismen. Sie sollen in der Lage sein, synthetischen Diesel oder Alkohol aus Schmutzwasser zu erzeugen. Die Amerikaner bauen nun eine Demonstrationsanlage in New Mexico auf. In der unfruchtbaren Wüste mit hoher Sonneneinstrahlung sollen voraussichtlich schon Ende dieses Jahres Audi e-Ethanol und Ende 2013 Audi e-Diesel produziert werden.

"Flüssige Kraftstoffe für eine CO2-neutrale Mobilität erfordern einen komplett neuen Ansatz", sagt Reiner Mangold, bei Audi zuständig für nachhaltige Produktentwicklung. Die Joule-Rezeptur ist genial einfach: Die Kleinstlebewesen betreiben wie Pflanzen Fotosynthese. Statt die Energie zur Fortpflanzung zu nutzen, stellen die Mikroben aus dem Kohlendioxid direkt Ethanol oder langkettige Alkane her - diese sind im molekularem Aufbau dem Diesel sehr ähnlich. Die Mikroben arbeiten in einer Art transparentem Schlauchsystem, das wenig Platz benötigt. Laut Audi ist der Flächenertrag um den Faktor 20 höher als beim herkömmlichen Biosprit. "Und es können Brachflächen genutzt werden, die für die Landwirtschaft wertlos sind", betont Reiner Mangold.

Bis der Mikrobensprit jedoch in großen Mengen und zu wirtschaftlichen Kosten hergestellt werden kann, dürfte noch einige Zeit ins Land gehen. Audi spricht von mindestens fünf Jahren. Mehr Zeit ist schon vergangen, seit General Motors mit Start-up-Firmen Sprit aus Algen produzieren wollte. Geblieben ist von der anfänglichen Bioeuphorie wenig. Noch immer gibt es keine nennenswerten Mengen an Algentreibstoff.

Lesen Sie hier, wie Biosprit erst gelobt und dann verteufelt wurde.