Eindrucksvoller könnte die Symbolik nicht sein: In einem alten Öltank in Tel Aviv probt Shai Agassi die Revolution - der schnelle Akkutausch im Elektroauto.
Einer wie er steht immer unter Strom. Wer die Welt zu einem besseren Platz machen will, der hat nicht viel Zeit und muss am besten an vielen Orten zugleich sein können. Und weil Shai Agassi obendrein für pfiffige Ideen immer zu haben ist, hat er sich einfach vervielfältigen lassen. Fast leibhaftig jedenfalls erscheint er den Besuchern im Informationszentrum seiner Firma "Better Place". Mal von rechts und mal von links preist er als Hologramm die Vorzüge seines vermeintlichen Wunderwerks: eines Elektroauto-Systems, mit dem Agassi nichts anderes als die automobile Welt revolutionieren will.
Shai Agassi ist für pfifige Ideen immer zu haben. (© Foto: Better Place)
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Der 42-jährige Israeli, der schon in jungen Jahren 400 Millionen Dollar mit dem Verkauf einer Software-Firma verdient und danach als Vorstand beim deutschen SAP-Konzern Furore gemacht hatte, ist der Motor dieser Revolution. Und die Keimzelle des Projekts, der Sitz des Besucherzentrums, ist das Innere eines gewaltigen ehemaligen Öltanks am nördlichen Stadtrand von Tel Aviv.
Wie fast alles ist auch das von eindrucksvoller Symbolik: Das Öl wird nicht mehr gebraucht, das Elektroauto hält Einzug. In keimfreiem Chic können die Besucher mit Hilfe von Imagefilmen und Infotafeln lernen, wohin die Reise gehen soll.
Zukunftsmusik ist das schon lange nicht mehr. Draußen auf dem Parkplatz steht schon die Limousine bereit zur freien Fahrt. Der Clou: Es sieht aus wie ein Auto, aber es riecht nicht und macht keinen Krach - und beschleunigt trotzdem wie ein Benziner. Mit dem französischen Renault-Konzern hat Agassi einen langfristigen Vertrag geschlossen. Bis 2016 will er dem Unternehmen 100.000 Fahrzeuge abnehmen, mindestens.
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ist nämlich die Frage wie die "E-Tankstelle" als Batteriepack-Austauschstation in der Masse (!) funktionieren soll. Stellen wir uns einfach eine solche Tankstelle vor, und nehmen wir an, nur ein Zehntel aller Fzg.-e seien E-Fzg.-e mit einem solchen Batteriepack, der an der Tankstelle schnell autom. ausgetauscht werden soll. Ja, Herr Agassi hat es vorgeführt, aber an einem Prototyp. Jetzt betrachten wir die typische Li-Ion-Batterie mit ihren enormen Abmessungen, ihrem großen Gewicht usw. und errechnen einfach, wieviel Raum in irgendeiner Halle hinter der "E-Tankstelle" allein für die Unterbringung/Ladung dieser abertausenden Riesenklötze z.Vfg. gestellt werden müsste.
Sie sind im geladenen Zstd. stoß, bzw. penetrationsempfindlich und allein Ihr Volumen entspräche mehreren zus. Sprittanks...
Und auch dann bleibt die Frage nach der Ladezeit unbeantwortet. Denn um stets welche vorrätig und geladen z.Vfg. stellen zu können, müssten diese "E-Tankstellen" angesichts der langen Ladezeiten (!) jederzeit geschätzt das zehnfache an Batterien insgesamt (ob geladen oder nicht) vorrätig haben. Im übrigen - auch die Schnellladung ist verglichen zum üblichen Tanken ein schlechter Witz, von der Technik mal abgesehen...
ps.
Auf der anderen Seite:
Wieso wird z.B. im ersten Schritt der ÖPNV (Busse) nicht auf Wasserstoff umgestellt? (das funktioniert m.W. schon lange) Im folgenden Schritt könnten die Städte E-Car-Sharing mit der Hilfe des Bundes fördern, also dort die Kurzstrecken-E-Mobilität einsetzen, wo sie am meisten Sinn macht.
Ob sich Schnellladung oder Agssis Batteriewechselsystem durchsetzen werden ist noch unsicher. Ich setze eher auf Schnellladung, weil dafür keine genormten Akkupacks und kein mechanischer Aufwand erforderlich ist.
Mittelfristig wird es eher so sein, dass für Langstrecken noch reine Verbrenner oder Plug-in-Hybride verwendet werden, nicht unbedingt eigene sondern Mietwagen/Carsharing.
China zahlt mittlerweile die höchsten Subventionen weltweit für den Erwerb von E-Fahrzeugen! Träumereien von den "fantastischen Erfolgen des Verbrennungsmotors" zeigen also nur, wie weit Deutschland dank der ideologischen Barrieren bei Industrie und Kunden gleichermaßen hinterherhinkt.
Der Verbrennungsmotor feiert in China fantastische Erfolge. Mit größtem Eifer und mit extravaganten Stretchelimousinen ganz vorne dabei sind die Deutschen Autobauer. Auch Klimaschutzziele konnte China diplomatisch erfolgreich verdünnen bzw. aussetzen.
Schon werden neue deutsche Autofabriken in China errichtet, natürlich nur, um "näher am Kunden" zu sein. Thats the german way of buisiness. Was juckelt aus solcher Perspektive ein Elektromotor?
man kann eine entwicklung nicht von oben in gang setzen ...sie muss gelebt lebbar sein ...tagtaeglich selbstverstaendlich ....das ist hier nicht der fall ...hier wird nur gemacht was aktuell den hoechsten gewinn verspricht ...alles andere ist alles andere ....und so ist eben auch die elektro zukunft alles andere ... als das was man hier zu tun zu leben gedenkt ....es ist halt alles sehr komplex ...wenn man diese komplexitat auszustechen gedenkt ...dann landet man nach vordergruendigen schnellen finaziellen erfolgen auf dem misthaufen der geschichte...
Der Elektro-Antrieb ist in Deutschland just ein Promotion-Gagdet um das hiesige Publikum nicht zu verunglimpfen. Wir haben andere Verhältnisse als in Israel, wo die Politiker alles Mögliche sind, aber keine natural born Autolobbyisten.
Statt mit Ramsauer sollte Agassi vielleicht eher mal mit dem ADAC und Walter Röhl reden.
Paging