Jugendliche interessieren sich immer weniger für Autos, auch weil Hersteller die Verbindung zur digitalen Welt verschlafen haben.
Man kann nicht laut genug betonen, dass das Leben im digitalen Zeitalter einfacher geworden ist. Früher, als die Computer so groß wie Tiefkühltruhen waren und die Telefone wie Hunde an einer Leine hingen, mussten die Menschen noch selber denken. Heute übernehmen das die Dinge für sie. Denn nicht nur die Menschen, sondern auch die Dinge sind inzwischen online.
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Treffen mit lustigen Autos? Das ist nicht mal mehr Achtziger. Bei der digitalen Jugend des dritten Jahrtausends verliert sich der Wunsch nach einem eigenen Auto. (© AP)
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Es gibt mittlerweile Turnschuhe, die ihren Turnschuhträger besser kennen als der Turnschuhträger sich selbst. Und wenn man die Schuhe dann ans Netz anschließt, erstellen sie dem Träger einen personalisierten Trainingsplan. Es gibt Kühlschränke, die nach Wurst und Käse rufen, wenn ihr Besitzer Hunger hat. Und es gibt Betten, die ihren Belagerer aufwecken, wenn er zu schnarchen beginnt. Ausgerechnet das Auto aber, das einmal zu den Pionieren der kommerziell genutzten Dinglichkeit gehörte, hat den modernen Menschen bislang im Stich gelassen. Es ist nie so recht im digitalen Zeitalter angekommen.
Hätte man einen Jugendlichen vor 20 Jahren gefragt, worauf er sich am meisten freut, wenn er 18 ist, hätte er ohne zu zögern gesagt: "Den Führerschein!" Bei der digitalen Jugend des dritten Jahrtausends dagegen verliert sich der Wunsch nach einem eigenen Auto zwischen unzähligen anderen Begehrlichkeiten - meist aus den Regalen der Unterhaltungselektronik. Früher hatte das Auto im Freiheitsgefühl Jugendlicher praktisch eine Monopolstellung. Inzwischen hat sich dieses Gefühl von der Straße in die sozialen Netze verlagert. Allein in den USA ist der Anteil junger Führerscheinbesitzer in den vergangenen drei Jahrzehnten um ein Drittel zurückgegangen. Und der Bremer Trendforscher Peter Kruse sagt: "Autos sind kein Bestandteil der Jugendkultur mehr."
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"Moin"
"...moin"
".. äh, Boris.. wart' mal..."
"...was 'is?"
"Du kennst Dich doch mit Dings.. äh... Kombjuddan und so aus..?"
"..."
"..oder?"
"..na ja..."
"..und mit Autos..?"
"...nicht direkt..also... naja..."
"Ok, wir brauchen einen Beitrag 'Autos im digitalen Zeitalter'...mach mal. 2-Seiter, ruck-zuck! An die Arbeit!"
"Aber.."
"was 'aber'? Mach in, inner halben Stunde ist das online, sons..."
"OK, bin schon an der Arbeit"
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das autofahren wird immer weniger attraktiv:
- spritpreise kartellig hoch,
- spritsteuern für alles verwendet, nur nicht für die strassen
- geschwindigkeitsbegrenzungen zur abzocke, oft ohne erkennbaren bedarf
- flensburg-punkte, deren relative gewichtung wenig verständlich sind
- städtische umweltzonen, die ausser symbolpolitik nichts bringen
- städtische parkraum-bewirtschaftung als shopping-bremse
- berufsverkehr mit mehr steh- als fahrzeiten
- all-inclusive-fernreisen als preismagnet (wer kennt noch urlaubs-deutschland?)
- ideologieobjekt für umwelt-besserwisser
das machen nicht die jugendlichen, nicht die technik der autos, sondern die melkkuh-eigenschaft der autofahrer.
"früher war alles besser" scheint hier tatsächlich mal zuzutreffen. früher machte das (auch beruflich bedingte) autofahren spass, heute liegt der spass im zählen der staukilometer am stationären radio (wenn man selbst nicht drin steckt)
bedauernswert, wer nicht wie politiker gefahren wird. bedauernswert, wer nicht in ballungsgebieten 10-minuten-anbindung hat. das sind die erzwungenen - nicht begeisterten - autofahrer
viele Jugendliche, auch auf dem Land machen keinen Führerschein mehr - und lassen sich dann bis Ende 20 (älter ist von denen noch keiner) von den Eltern oder Kumpels durch die Gegend fahren - keine Ahnung, warum die das mitmachen.
Anscheinend reicht es der Jugend heute, per Facebook am sozialen Leben teilzunehmen; gut, dann wird draußen auch nicht mehr so viel besoffen randaliert.
Ansonsten begrüße ich den rückläufigen Trend, mehr Platz für mich.
Das Phänomen ist mir aus Berlin bekannt. Dort hat ein sehr großer Anteil der unter dreißig-Jährigen keinen Führerschein und ein noch größere Anteil besitzt kein eigenes Auto. Dieser Anteil ist in den letzten Jahren angeblich stark gestiegen (bitte jetzt nicht nach den Werten oder der Quelle fragen ...). Fakt ist aber wohl auch, dass insbeondere in den Ballungsräumen das Interesse am Auto insgesamt schwindet. Immer mehr Menschen verbinden dort ja auch wenig positives damit: Lärm, Gestank, verstopfte Straßen, hohe Kosten etc. Alles wenig hip also. Da sind ein schickes iPod oder ein iMac, die man in der Bahn nutzen kann schon cooler. Bei den Menschen außerhalb der Ballungsräume sieht das wohl noch anders aus. Aber auch da gehört das Auto scheinbar längst nicht mehr zum Life-Style, sondern wird als notwendiges Übel hingenommen. Denn: Was kann ein Auto auch schon mehr bieten, als Fahren. Das kann eine Bahn günstiger. Außerdem hat man währenddessen die Hände und Gedanken für wichtigeres frei.
Wie reagiert denn nun aber die Politik auf solche Erkenntnisse? Denn es kann ja nicht sein, dass auf Dauer von allen Menschen eine Infrastruktur finanziert wird, die primär auf den Individualverkehr abzielt, jedoch nicht mehr von der Mehrheit genutzt wird. Hier werden wir in Zukunft also noch einige interessante Diskussionen erleben.
"Die Jugendlichen sind da knallhart. Ein Auto zu besitzen, wird erst dann wieder für sie interessant, wenn es die Grundlogik der sozialen Netzwerke sinnvoll zu adaptieren versteht", prophezeit Trendforscher Kruse.
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Klar die downloaden sich die Innenstadt. Wer braucht schon ein Auto...
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