Es lebe "la doppietta"!

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Gut 100 km/h sind mit etwas Anlauf drin - und beim Runterschalten dann macht sich die Erfahrung aus der lange vergangenen Zeit bezahlt, als ich endlich einen Führerschein hatte und meine Eltern mir ihren Fiat 500 überließen.

Denn ohne "la doppietta" - dieses wunderbare Spiel zwischen Kupplung und Gaspedal - und Fingerspitzengefühl, um den Getriebezähnen das Sich-Finden leichter zu machen, geht gar nichts. Oder im schlimmsten Falle alles sofort kaputt.

Wer heute meint, in weniger als der Golf-Klasse nicht zurecht zu kommen, der irrt. Auf den Vordersitzen, deren Lehnen bis knapp unter die Schulterblätter reichen, haben auch meine 1,85 Meter tatsächlich bequem Platz; und weil der Sitz sich nicht weit nach hinten schieben lässt - wohin auch? -, liegt das spindeldürre Lenkrad genau richtig zur Hand.

Immerhin hatte es meine Mutter geschafft, in den Sommerferien mit mir, meiner Schwester, unserem Schäferhund und dem Gepäck für sechs Wochen vom Niederrhein an den Ammersee und wieder zurück zu fahren. Wie sie das gemacht hat, gehört zu den Familienrätseln - es beweist aber, dass dieses kleine Auto tatsächlich ein ganz großes war.

Und so ist auch eine kleine Zeichnung, die lange in meinem allerersten eigenen Auto klebte, im Wortsinne nur ein Witz. Zu sehen war ein Hotelgast bei der Ankunft neben seinem Fiat 500, und der vorlaute Page fragt: "Wollen Sie den mit aufs Zimmer nehmen?" Ganz ehrlich: Als ich vor wenigen Tagen den ausgeliehenen 500L wieder abgeben musste, hätte ich es am liebsten getan.

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(SZ vom 9. 9. 2009)