Die Auto Show am Eerie-See ist auch ein Fegefeuer der Eitelkeiten. Designer aus aller Welt zeigen, wohin die Reise gehen wird. Besonders Amerika und Fernost liefern sich einen Kampf um die kessesten Karossen.
Auch wenn die Europäer für gewöhnlich huldvoll Abstand zu den Design-Eskapaden der Kollegen auf den anderen Kontinenten halten: Der Mercedes Ocean Drive ist doch die größte Versuchung auf der NAIAS. Ein viertüriges Luxuscabriolet für die Reichen und Schönen dieser Welt - das gibt es auch in Detroit nicht alle Jahre zu sehen. Das 5,29 Meter lange Unikat hat eine sanft dahinfließende Karosserie von graziler Schönheit.
Honda Acura Coupé: Das Sports Concept wird von einem kraftvollen V-10-Motor angetrieben, der den Hinterradtriebler zu grandiosen Fahrleistungen bringen soll. (© Foto: Honda)
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Zu den äußeren Merkmalen des Showcars zählen neben den vier Türen und einem üppig dimensionierten Stoffdach auch ein aufrecht stehender Kühler sowie Scheinwerfer und Heckleuchten in LED-Technik. Die lange seitliche Scheibenöffnung wird von keiner B-Säule und keinem Rahmen unterbrochen. Innen schwelgen die Designer in hellem Leder, dreidimensional wirkenden Stoffen und großen Holzflächen aus Vogelaugenahorn.
Mazda zeigt auf der North American International Auto Show die Studie des Ryuga und schließt damit nahtlos an den Nagare auf der Show in Los Angeles an. Auch der Ryuga setzt mit seinen mächtigen Flügeltüren auf fließende Formen und elegante Sportlichkeit und soll ein Signal für die Zukunft setzen. Mit Zoom-Zoom alleine ist es mittelfristig halt nicht mehr getan.
Mazda ist die sportlichste der japanischen Marken - genau das soll mit Studien wie dem Nagare oder dem noch grazileren Ryuga unterstrichen werden. "Das Konzept des Ryuga setzt ähnlich wie der Nagare auf fließende Formen, ist aber deutlich realistischer", sagt Laurens van den Acker, Design-Manager von Mazda. "Daher ist er für uns besonders wichtig, um die Reaktionen des Publikums auf das Design der Zukunft zu testen."
Dessen "Ahs" und "Ohs" waren groß, als der teils durchsichtige Chevy Volt auf die Bühne gefahren wurde. Chevrolet, in den vergangenen Jahren nicht gerade durch Meilensteine der Design-Geschichte aufgefallen, zeigt mit dem Volt jetzt Mut und Ideenreichtum. Vier Sitze, vier Türen, eine Coupéform und üppig dimensionierte Glaselemente machen Lust. Zudem ist der Name Programm - unter dem knackig-drahtigen Blechkleid arbeitet ein Elektroaggregat für den Stadtbetrieb.
Der Volt kann über Nacht an jeder Steckdose aufgeladen werden. Sechs Stunden Laden bedeuten eine City-Reichweite von immerhin knapp 70 Kilometern. Ist der intendierte Lithium-Ionen-Akku leer, kann man auf ein Dreizylinder-Hilfsaggregat mit einem Liter Hubraum umschalten, das einen sicher bis zur nächsten Steckdose bringt. Die Aussichten auf eine zeitnahe Serienumsetzung sind allerdings eher bescheiden.
Ford trommelt beim Heimspiel lauter als die meisten anderen. Der Interceptor als viertürige Coupéversion des aktuellen Mustang beeindruckt. Leistung satt, 22-Zoll-Felgen und ein Design, das sich an den Pick-Up F-250 Super Duty der Show von 2006 anlehnt, machen den Interceptor zu einem der Messestars.
Ähnlich kraftvoll, ähnlich USA-tauglich zieht der Lincoln MKR die Blicke der nordamerikanischen Autofans auf sich. Ein maskiertes Stahlgesicht und V-6-Turbokraft freuen sich bereits auf einen Serieneinsatz. Die Chancen sollten angesichts der aktuellen Lincoln-Palette nicht schlecht stehen.
Selbstbewusst präsentiert sich Jaguars neuestes Baby. S-Type war gestern - der Nachfolger wird von Anfang 2008 an den Familiennamen XF tragen. Bevor die Serienversion auf der Frankfurter IAA im September stehen wird, können nun die nordamerikanischen Autofans den ungewöhnlich dynamischen Viertürer als Konzeptstudie in Detroit bestaunen. Und das Interesse der Öffentlichkeit ist mächtig.
Ein auffälliger Retrokühlergrill sowie moderne Formen, die man bereits von Jaguar XK und Aston Martin her kennt, sollen der britischen Edelmarke unterhalb des XJ neue Kundengruppen erschließen. "Für Jaguar ist der C-XF weit mehr als nur eine weitere Konzept-Studie", sagte Jaguars Design-Direktor Ian Callum. Der C-XF sei der dynamischste und modernste Viertürer, den Jaguar jemals auf die Räder gestellt habe.
Noch sportlicher präsentiert sich der 400 PS starke Toyota FT-HS. So sauber ist auf der Autoshow kein anderer Sportwagen unterwegs. Der coole Zweisitzer ist Targa, Sportwagen und Genussmittel in einem - und auch noch ein echtes Hybrid-Ökomobil. Beim Design kämpfen fließende Formen mit kantigen Flächen, "Aero Corners" genannt. Die Aerodynamik soll helfen, den Verbrauch des Hybrid-Renners auf ein Minimum zu reduzieren.
Groß sind die Erwartungen auch an den Volvo XC60. Nachdem sich der größere XC90 in Europa und besonders den USA nach wie vor wie geschnitten Brot verkauft, legen die Schweden mit einem kleinen Brüderchen nach. Das kommt leider erst Mitte 2008 auf den Markt. Doch bereits die seriennahe Studie deutet an, dass sich der XC60 später einmal großer Beliebtheit erfreuen dürfte.
Die Konzeptstudie zeigt laut Volvo-Design-Direktor Steve Mattin Formenelemente künftiger Volvo-Modelle. Ein Beispiel dafür ist, so Mattin, die Rückansicht: Die großen Heckleuchten betonten die markentypischen Schulterpartien der Karosserie. Und die trapezförmig konturierte Heckklappe bilde eine Weiterentwicklung des "gläsernen" Hecks aus dem neuen Volvo C30.
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