Die deutschen Autohersteller können mit dem CO2-Kompromiss für Neuwagen offenbar recht gut leben - und kündigen schon mal Preiserhöhungen an.
Die Autoindustrie hat zurückhaltend reagiert. Gerade war bekannt geworden, dass die EU-Kommission in Brüssel der Autoindustrie zum Schutz der Umwelt neue Opfer abverlangen will, dennoch äußerten sich die Hersteller abwartend.
Auf der Detroit Motor Show im November machten viele deutsche Hersteller lieber auf dicke Hose. (© Foto: dpa)
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Ein Sprecher von BMW bezeichnete die Klimaschutzvorlage als "extreme Herausforderung". Bei Audi hieß es: "Es handelt sich um ein schwieriges Verfahren". Noch sei nicht klar, was am Ende beschlossen werde. Der Sprecher eines Autokonzerns zeigte sich aber vor allem beruhigt: "Jetzt ist das Horrorszenario weg."
Flottendurchschnitt statt für jedes Auto
Bezogen auf ihre Fahrzeugflotten sollen Europas Autohersteller den Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid bis 2012 auf 130 Gramm je gefahrenen Kilometer beschränken. Das sieht ein Vorschlag von EU-Umweltkommissar Stavros Dimas vor.
Damit hat Dimas seinen ursprünglichen Vorschlag kassiert, demzufolge der Ausstoß auf nur noch 120 Gramm pro gefahrenen Kilometer begrenzt werden sollte. Dagegen aber hatten die deutsche Autoindustrie und die Bundeskanzlerin laut protestiert.
Auch den durchschnittlichen Abgaswert der Fahrzeugflotte eines Herstellers auf 130 Gramm zu senken, ist ein großes Vorhaben. Derzeit pusten die europäischen Autos im Durchschnitt 160 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer in die Atmosphäre. Am günstigsten liegt nach den Berechnungen des Center for Automotive Research die Marke Smart, die einen Emissionswert von 116 Gramm erreicht, am schlechtesten steht Porsche da mit einem Schadstoffausstoß von 297 Gramm pro Kilometer.
Autos werden verteuert
"Die jetzt markierten Zielvorstellungen sind extrem anspruchsvoll", erklärte der Verband der Autoindustrie. Sie stellten die Hersteller "vor enorme und extrem schwierige Herausforderungen". Der Verband versprach, die Autoindustrie werde alles tun, um die Reduzierung der Abgase fortzusetzen. Das aber werde die Autos verteuern. "Niemand soll der Illusion erliegen, solche Vorgaben ließen sich schnell, leicht und kostenneutral umsetzen", so der Verband.
Die Hersteller halten sich mehrheitlich mit Einschätzungen zurück. Ein Ford-Sprecher sagte, viele Einzelheiten seien noch unklar: "Wir warten ab." Der Rüsselsheimer Autobauer Opel verweigerte ebenfalls detaillierte Kommentare.
Ein Sprecher verwies auf einen Vorschlag von Opel-Chef Hans Demant, der einen runden Tisch angeregt hatte, an dem die Autohersteller ebenso wie die Zulieferer, die Autokunden, die Kraftstoffanbieter, die Politik und auch die Landwirtschaft Platz nehmen sollten. Bei DaimlerChrysler hieß es lapidar, man nehme die Pläne der EU-Kommission zur Kenntnis und werde sich zu gegebener Zeit dazu äußern.
Limousinen-Hersteller kämpfen
Auch VW wollte nicht offiziell Stellung beziehen. Im Konzern sind jedoch Stimmen zu hören, nach denen Volkswagen mit dem Dimas-Plan leben könnte. Hersteller wie VW, Opel oder Ford bieten auch kleine Fahrzeuge an, die wenig Sprit verbrauchen. Damit fällt im Durchschnitt aller Modelle der Kohlendioxid-Ausstoß geringer aus. In der Branche heißt es deshalb, dass vor allem BMW, Mercedes oder Porsche einige Probleme hätten, die Anforderungen zu erfüllen.
Porsche vermittelte am Mittwoch den Eindruck, der Dimas-Vorschlag verlange von allen europäischen Autos im Durchschnitt den Emissionswert von 130 Gramm pro Kilometer. Damit interpretieren die Stuttgarter den Brüsseler Plan jedoch anders als der VW-Konzern. In Brüssel, so meinen die Sportwagenbauer, werde "eine wettbewerbsneutrale Lösung" angestrebt. "Das sehen wir ausdrücklich als positiv an."
Plus 3500 Euro
Klarheit herrscht darüber, dass die Brüsseler Pläne die Autos verteuern werden; die Frage ist allerdings, wie stark. Schon der bisherige Plan des europäischen Automobilverbandes, die Abgase bis 2008 auf durchschnittlich 140 Gramm pro Kilometer zu senken, verteuert nach Angaben eines BMW-Sprechers die Autos um 3500 Euro. Die weitergehende Forderung aus Brüssel werde die Preise weiter treiben.
Kritik an den Brüsseler Plänen gibt es dagegen von Franz Fehrenbach, dem Chef von Bosch, des größten Autozulieferers. Es sei die teuerste Lösung, mit der Automobiltechnik den Kohlendioxid-Ausstoß zu reduzieren. "Wenn die Automobilindustrie die Wärmedämmung sämtlicher Häuser in Deutschland übernähme, käme das unterm Strich billiger und brächte mehr Einsparungen an Kohlendioxid." Es ärgere ihn, so Fehrenbach weiter, dass die Autoindustrie in dieser Frage so in die Defensive geraten sei.
(SZ vom 08.02.2007)
Kuriose Schilder (4)
Wann versteht Ihr es endlich? NIEMAND zwingt Euch, schwere Autos zu kaufen! Kauft Euch doch einfach Ford Sierra Kombis die 1100kg wiegen! Die Autoindustrie baut einfach die Autos, welche die Leute haben wollen. Gerade diese ganzen Sch... SUVs kommen ursprünglich vor allem aus Fernost und USA- die deutschen Autobauer mussten nachlegen weil der blöde Kunde halt rollende Einfamilienhäuser will.
Auf den Straßen fährt nur das herum was auch jemand gekauft und ausgesucht hat!
Man kann es einfach nicht recht machen.
Zum einen wollen die Deutsche ein "sauberes" Auto aber bitte es darf nicht zuviel kosten und natürlich sparsam wegen den Bezinpreisen.
Man kann die Autos natürlich leichter bauen, aber das kostet.
Genausogut liegen genügend Pläne in der Schublade um auf Alternativen zurückzugreifen. Biobenzin, Wasserstoff etc. Doch das ist schlichtweg einfach nicht rentabel. Die Föderung, Entwicklungskosten etc. sind einfach zu hoch und dann wird wieder an dem Preis gejammert.
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Sollte das ÖL wirklich mal knapp (und davon ist, wer sich richtig Informiert, keine Spur. Es sei hier angemerkt das bereits in den 1960 Jahren gesagt wurde, das ÖL ist in 30 Jahren aus. Jetzt heist es in 20 Jahren. Was soll das?) werden und die Kosten für Alternativen übersteigen, dann wird intensivier daran geforscht und dann LOHNT es sich auch.
Das mit den 20 Jahren ist doch lächerlich. Vor 20 Jahren kamen auf eine 4 Köpfige Famile gerade mal 1 Auto. Dieses Auto hatte natürlich damals einen höheren Verbrauch. Heute kommt auf die selbe Famile statistisch 2 Autos. Steigerung 100% und dennoch blieb der Verbrauch gleich - ist doch Super!
Ausserdem: Solange andere Länder nicht bereit sind ihren Austoss zu filtern oder zu mindern, nutzt das kleine Deutschland mit seinen 80 Millionen Einwohnern wenig. Global ist das ein Tropfen auf den heissen stein.
@ toom
Es ist kein Hexenwerk ein leichtes Auto zu konstruieren.
Man nehme einen Peugot 107 (oder einen der anderen 2 Schwestermodelle).
Das ist ein 4Türer mit 810kg Leergewicht.
Nun hängen wir noch 100cm Auto dran und nehmen damit ein Gesamtgewicht von 940kg.
Und der 107 ist 4 Sterne NCAP-fähig, ebenso günstig
(ja, seit wann wird weglassen eigntlich teurer ?).
Man könnte noch viel leichter bauen wenn man auf passive Sicherheit verzichten und aktive
einbauen würde. Das würde z.B. ESP 3.0 bedeuten, das in eine Grenzsituation anhand seiner Nahbereichssensoren erkennen kann dem Hinderniss auszuweichen und damit dem Fahrer massiv ins Steuer greift. Denkbar wäre ach ein Szenarion mehrerer PKW mit aktiver Sicherheit welche in
Gefahrensituation verständigen wer nun wo ohne Schaden zunehmen hinfährt.
Das man immer seinen Schutzpanzer mit sich herrumtragen muss wurde in der Natur auch aufgegeben.
keine branche strapaziert das wort "innovativ" so sehr wie automobil-branche. innovatives scheibenwischer-konzept mit regensensor! innovativer bedienkompfort! aber warum? seit der erfindung des autos vor ueber hundert jahren hat sich das antriebskonzept kein bisschen geaendert. immer noch ein verbrennungsmotor auf kautschuk-raedern. unglaublich innovativ!
@Max Melling
Was heißt denn hier das Auto leichter machen ? Ganz so einfach ist das nicht. Was ist denn mit der ganzen Sicherheitstechnik die in einem modernen Auto drinsteckt ? Klar wenn die nicht drin ist, dann wiegt das Auto auch mal locker 25% weniger, aber sag mir doch mal wie ein Sierra Kombi nach einem Frontalcrash aussieht und der Golf5 ?
Es gibt natürlich auch sehr leichte Materialien die zudem sogar noch sehr viel stabiler sind als die heute eingesetzten Materialien. Aber natürlich auch viel teurer. Tja so es ist schon ein Dilemma.
Kurzfristig wird eine Minderung des C02 Ausstoßes von PKW nur durch ein Tempolimit auf den Autobahnen erreicht werden. Aber da hat die Autolobby ja scheinbar zuviel Macht gegenüberder Regierung. Tja so weden vernünfitge Maßnahmen kaputt gemacht.
Paging