Von Krise keine Spur: Autodiebstähle haben drastisch zugenommen - jährlich werden in der EU 1,4 Millionen Fahrzeuge gestohlen. Elektronische Ortungsgeräte könnten Abhilfe schaffen.
Von Krise keine Spur: Auf dem Schwarzmarkt gehen die Geschäfte mit Autos wie geschmiert. Jährlich werden in der Europäischen Union rund 1,4 Millionen Fahrzeuge gestohlen. Bei Autodieben besonders beliebt ist der VW Caravelle Multivan: 1,3 Prozent der versicherten Fahrzeuge dieses Typs wechselten 2008 in Deutschland ungewollt den Besitzer. Auf dem zweiten Platz folgt der Porsche Cayenne vor dem BMW X5 und dem BMW X6.
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Dunkle Geschäfte: Auf dem Schwarzmarkt brummt der Absatz von gestohlenen Autos. In vielen Ländern lehnen Versicherungen Policen für exklusive Wagen bereits ab, wenn diese über kein Ortungssystem verfügen. (© ddp)
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"Die grenznahen Gebiete im Osten und Norden Deutschlands sind besonders stark betroffen, weil die gestohlenen Fahrzeuge von dort rasch nach Osteuropa geschafft werden können," so Thomas de Maizière. Der Bundesinnenminister wirft den Autobauern Versäumnisse bei der Diebstahlsicherung vor: "Mein Eindruck ist, dass die Automobilindustrie sich auf ihren Lorbeeren ausruht", erklärte der CDU-Politiker im vergangenen Herbst anlässlich der jährlichen Präsentation der Kriminalitätsstatistik. Die Branche müsse endlich die elektronische Wegfahrsperre weiterentwickeln.
Tatsächlich findet schon seit Jahren ein Wettlauf zwischen versierten Autodieben und Autoherstellern statt. Die ersten Modelle mit Wegfahrsperre waren Anfang der 1990er Jahre erhältlich. Mittlerweile ist die fünfte Technikgeneration im Einsatz, die mit modernsten digitalen Verschlüsselungsmethoden arbeitet. Ein Algorithmus überprüft den Identifikationscode des Schlüssels, bevor das Fahrzeug gestartet werden kann.
Im Internet kursieren allerdings präzise Anleitungen, wie sich selbst die Sperren der modernsten Fahrzeugmodelle knacken lassen. Außerdem findet ein reger Handel mit entsprechenden Ersatzteilen und umprogrammierten Steuergeräten statt. Einige ausländische Firmen haben sich offensichtlich auf die Entwicklung von Dekodiergeräten spezialisiert, die elektronische Wegfahrsperren binnen wenigen Minuten knacken können.
Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis die jeweils neueste Technik überholt ist. Erst Ende Juni hat de Maizière deshalb in Sachsen angekündigt, es werde in Ostdeutschland entlang der Grenzen groß angelegte Polizeieinsätze gegen international agierende Autodiebe und -schieber geben. Wenig später konnte eine Spezialeinheit der Polizei auch den Privatwagen de Maizières vor der polnischen Grenze sicherstellen.
Doch nur die wenigsten gestohlenen Wagen finden ihren Weg zurück zum rechtmäßigen Eigentümer. Allein in Deutschland richten Autodiebe pro Jahr einen Schaden von mehr als 270 Millionen Euro an. Ein gestohlener Porsche Cayenne Turbo 4.5 kommt die Versicherungen mit durchschnittlich 81.894 Euro Entschädigungssumme teuer zu stehen. In Holland haben die Assekuranzen deshalb die Notbremse gezogen. Schon seit Jahren versichern sie Fahrzeuge über 50.000 Euro Anschaffungspreis nur noch, wenn ein Ortungsmodul eingebaut wird. Anfang 2010 wurde die Schwelle auf 30.000 Euro gesenkt: Voraussichtlich wird jeder zweite niederländische Neuwagen in diesem Jahr mit einer speziellen Sender gegen Diebstahl geschützt.
Der Zulieferer Continental zeigt jetzt mit einem neuen Sicherheitssystem, wie man Autodieben das Leben schwermachen kann: Die Telematikbox Novanto ist nur so groß wie ein Taschenbuch und lässt sich unauffällig im Fahrzeug unterbringen. Selbst wenn die Hauptbatterie abgeklemmt wird, sorgt eine Backup-Lösung für ausreichend Betriebsstrom. Die Elektronikeinheit bestimmt kontinuierlich ihre Position über GPS-Satellitenempfänger und lässt sich im Alarmfall weltweit orten.
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Europa ohne Grenzen ist grenzenloser Fahrspaß für die Autodiebe. Jede Räuberbande kann innerhalb weniger Stunden unerkannt und ungehindert das Land wechseln und zu neuen Raubzügen aufbrechen. Ohne jede Möglichkeit der Polizei eines Landes, irgendwie einzugreifen. Grenzenloses Europa = Grenzenloses Fahrgnügen für Diebe
@ kolb der erste: Ein Fahrzeug, welches sich zu 100% ohne Schlüssel nicht fahren läßt, ist ein Auto, das man bei Verlust des Schlüssels verschrotten kann. Das dürfte das Problem sein, die Wegfahrsperren müssen von autorisiertem Personal "geknackt" werden können, um bei Verlust des Schlüssel oder technischen Problemen helfen zu können und die Hard/Software, die dabei verwendet wird, kann eben auch in falsche Hände geraten.
Ein gestohlenes Auto bedeutet den Verkauf eines neuen Fahrzeugs und die Gemeinschaft der Versicherten bezahlt anteilmäßig die Rechnung. Kann es möglich sein, dass gewisse Informationen über den Diebstahlschutz seitens der Hersteller im Internet gestreut werden? Sozusagen als Verkaufshilfe?
Dass es in der heutigen Zeit keinen 100%igen elektronischen Diebstahlschutz geben soll, kann ich mir nicht vorstellen. Da fliegen wir auf der einen Seite zum Mars und auf der anderen Seite ist es uns Erdenbürgern unmöglich, so ein kleines Auto nicht wirksam am "unkontrollierten Wegfahren" zu hindern.
... welche sich eigentlich nur für teure Autos lohnt. Es gibt aber eine preiswerte Alternative: Billiges Pre-Paid-Handy besorgen, für Ortung freischalten, und - gut getarnt - im Auto liegen lassen. Diese Ortung reicht aus, um der Polizei im Fall der Fälle eine echte Freude zu machen. Außerdem als Notfallhandy jederzeit zu gebrauchen.