Um diesem Treiben Einhalt zu gebieten, empfehlen die Experten, künftig auch in Tschechien nach Art anderer EU-Länder alle Teile eines Autos mit einem kleinen Identitätskennzeichen zu besprühen. Von der Zerlegung verschont bleiben offenbar Luxus-Karossen, die möglichst schnell über die Grenzen nach Osten geschafft werden. Die beteiligten Gruppen sind nach Erkenntnissen der tschechischen Polizei bestens nach den Regeln der Arbeitsteilung organisiert, und zwar so, dass die Mitwirkenden möglichst wenige andere Beteiligte kennen. Auf diese Weise gelingt es auch den Chefs am besten, sich im Hintergrund zu halten.
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Jedes sechste Autoist geklaut oder gestohlenen Ersatzteilen ausgestattet
Nur eine geringe Rolle spielt bei alledem, dass mit der Erweiterung des Schengen-Raums am 21. Dezember 2007 die Grenzkontrollen zwischen Polen, Tschechien und Deutschland entfallen sind. An der bayerisch-tschechischen Grenze ging auf deutscher Seite jedenfalls die Zahl der Autodiebstähle von 76 auf 44 zurück, wie die Polizei in Regensburg mitteilte. Befürchtungen vor einer Zunahme der Verbrechen haben sich offenbar nur im Dreiländereck bei Zittau (Sachsen) bewahrheitet. In der Oberlausitz wurden seit dem Wegfall der Grenzkontrollen bis Anfang April 57 Autos gestohlen, im gleichen Vorjahreszeitraum waren es nur drei. Und in der nordtschechischen Stadt Liberec (Reichenberg) verschwanden gar 200 Fahrzeuge, oft gehörten sie deutschen Touristen.
Die tschechischen Behörden haben schwere Versäumnisse aufzuholen. Nach Schätzungen ist jedes Sechste der 2,7 Millionen Autos, die in dem Land unterwegs sind, gestohlen oder mit gestohlenen Ersatzteilen ausgestattet.
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(SZ vom 03.05.2008/gf)
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