Auto reisefertig machen Fit für die Fahrt

Lange Autobahnfahrten, kurvige Küstenstraßen, Serpentinenstrecken mit starkem Gefälle - und das alles mit schwerem Gepäck: Die Reise zum fernen Urlaubsziel ist beileibe keine Spazierfahrt - auch nicht fürs Auto. Ein gründlicher Check vor dem Start muss sein.

Von Susanne Kilimann

Da hat sich die Familie solange auf den Urlaub gefreut - und dann kocht der Kühler schon in den Kasseler Bergen. Auch ein maroder Reifen könnten den Traum von der Riviera ganz schnell zum Platzen bringen. Wer sich und seine Lieben sicher in den Urlaub chauffieren will, der sorgt dafür, dass das Auto fit ist für die lange Fahrt.

Bei den Reifen gilt es einiges zu beachten - nicht nur der richtige Innendruck ist wichtig.

(Foto: Foto: oh)

Ein paar Dinge kann jeder Autofahrer selber testen: Funktionieren alle Leuchten? Funktioniert die Hupe? Sind die Reifen ok? Wer viel Gepäck mitnimmt, sollte die Beleuchtungsprobe noch einmal wiederholen, wenn alles an Bord verstaut ist - denn bei starker Beladung muss die Einstellung der Scheinwerfer angepasst werden.

Vorsichtig Vollladung!

Die Reifen sind ein Kapitel für sich. Das Gesetz schreibt eine Profiltiefe von 1,6 Millimetern vor. Nach Ansicht von Verkehrsclubs und Reifenspezialisten reicht so wenig Gummi aber nicht aus, wenn man wirklich sicher fahren will. Ein mageres Profil erhöht die Unfallgefahr - zum Beispiel beim gefürchteten Aquaplaning. Sommerreifen sollten daher spätestens gewechselt werden, wenn das Profil auf zwei Millimeter abgefahren ist. Bei Breitreifen sind drei Millimeter die Untergrenze.

Wenn das Auto vollgeladen ist, brauchen die Pneus auch etwas mehr Druck. Die Werte sind je nach Fahrzeugtyp unterschiedlich und lassen sich meist auf der Innenseite des Tankdeckels ablesen. Oder an der Fahrertür unter dem Schloss. Der Luftdruck sollte immer am kalten Autoreifen gemessen werden - auf keinen Fall nach stundenlanger Autofahrt oder wenn der Wagen zuvor in der prallen Sonne stand.

Älter als sechs Jahre sollten die Reifen nicht sein. Denn mit der Zeit verlieren die Gummis ihre Flexibilität und können feine Risse bekommen. Beides vermindert die Sicherheit erheblich. Das Alter der Reifen ist auf der Außenseite zu erkennen - die Ziffern bezeichnen Kalenderwoche und Herstellungsjahr. Wer aus Bequemlichkeit oder Kostengründen noch mit Winterreifen fährt, sollte sich auf jeden Fall zum Wechsel aufraffen, bevor es in den sonnigen Süden geht. Denn besonders in mediterranen Gefilden wird der Bremsweg des winterbereiften Autos gefährlich lang.

Die Kontrolle der Flüssigkeitsstände gehört zur Routineuntersuchung, bevor die große Reise beginnt: Kühlwasser, Motoröl, Batterieflüssigkeit und Scheibenreiniger - wenn nötig, muss nachgefüllt werden. Wurde schon länger kein Ölwechsel gemacht, sollte man seinem Wagen ruhig mal wieder neuen Stoff spendieren. Bei älteren Autos gelten 15.000 Kilometer-Intervalle als Richtwert. Jeder Hersteller empfiehlt je nach Modell einen bestimmten Intervall für den Ölwechsel. Bei modernen Fahrzeugen meldet sich ohnehin der Bordcomputer, wenn das Auto eine neue Ölration will.

Stoßdämpfer beim Check nicht übersehen

Ob Stoßdämpfer, Bremsen, Radlager und Spur in einwandfreiem Zustand sind, können nur die Spezialisten mit entsprechenden Prüfgerätschaften ermitteln. "Gerade bei schnellen Fahrten und auf Serpentinenstrecken sind die Stoßdämpfer extrem wichtig, mindestens so wichtig wie die Bremsen", sagt der Berliner Kfz-Experte und Auto-Kolumnist Andreas Kessler. "Wenn die Dämpfer defekt sind, ändert sich das Fahrverhalten. ABS, ASR und EBS verlieren ihre Wirkung, was besonders in Kurven, bei Ausweichmanövern und Notbremsungen absolut fatal sein kann." Kessler empfiehlt daher den "Urlaub- bzw. Sommercheck", den sowohl Dekra als auch TÜV anbieten. "Als Kunde kann man sicher sein, dass einem die unabhängigen Gutachter keinen überflüssigen Teiletausch aufschwatzen." Die Dekra bietet den kurzen "Sommercheck" für 17 Euro an. Wer auch Flüssigkeitsstände und sein Auto ausführlich überprüfen möchte, zahlt bei der Dekra dafür 59,50 Euro.

Für klare Sicht sorgt man selbst. Wer nur ab und an mal über den bestehenden Grauschleier auf den Autoscheiben wischt, verbessert nichts an der eingetrübten Sicht. Im Gegenteil. Die Gummileisten der Wischer sollten regelmäßig gereinigt werden und mindestens einmal im Jahr sind neue Wischblätter dran.

Wenn das Auto aus der Wachspflege kommt, ist die Fensterreinigung mit silikonfreiem Glasreiniger angesagt. Wer auf die Autowäsche verzichtet, beseitigt den Schmutz erst mal mit klarem Wasser, um Kratzer zu vermeiden. Anschließend wird mit Putzmittel, dann noch einmal mit klarem Wasser klar gewischt. Zum Trockenreiben eignen sich Papier- oder Mikrofasertücher. Zeitungspapier sollte man auf keinen Fall verwenden - weil's Kratzer gibt.

Ist die Frontscheibe bereits lädiert, hilft alles Putzen nichts. Die beschädigten Stellen erzeugen störendes Streulicht und die Werkstatt muss ran - und zwar bevor es nach Ribe, Rantum oder Rimini geht.

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