Von Günther Fischer

Die Giulietta im Betrieb: ein wenig extravagant, absolut geschmackssicher, erfreulich fahrdynamisch und eigenwillig schön.

Es gibt sie, diese Sehnsucht nach schönen Automobilen. Auch im Kompaktsegment, wo der alles dominierende Golf Everybody's kleinster gemeinsamer Nenner zu sein scheint. Und wenn die Giulietta in ihrem hübschen Blechkleid vor einem steht, fragt man sich schon: Warum zum Teufel fährt alle Welt noch Golf? Zumal, auch das gleich vorweg, nicht nur äußeren Werte stimmen, sondern auch die inneren.

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Die D.N.A.-Wippe hinter dem Schaltknüppel zum Beispiel. Die Kürzel stehen schlicht für "Dynamic", "Normal" und "All Weather". Im "All Weather"-Modus ist das Auto speziell auf schwierige und rutschige Straßenverhältnisse mit geringem Grip abgestimmt. "Normal" heißt, dass das Julchen (so die deutsche Übersetzung von Giulietta) immer noch über eine Alfa-typische komfortable Federung, eine mitteilsame Lenkung und ein superbes Handling verfügt.

Was bleibt? "Dynamic". Ein Tipp vorweg: Bitte erst stundenlang im "Normal"-Modus bleiben! Dann erst, auf der Autobahn oder wo immer es möglich erscheint, den Wippschalter nach vorne auf Dynamic drücken - bis Tempo 120 ist das möglich.

Ein ziemlicher Ruck geht dann durchs Auto, das brave Julchen zeigt sich plötzlich höchst aufgeweckt ... Konkret heißt das: Die Lenkung wird direkter, das ESP legerer, der Motor spricht fast unmittelbar an, reagiert auf jeden Druck des Gaspedals so, wie man es sonst nur von Sportwagen kennt. Das Sechsgang-Schaltgetrieb ist ohnehin knackig und präszise (DSG kommt später). Hat da jemand noch GTI gesagt?

Für den Druck auf die "Dynamic"-Taste, der so viel Spaß bereitet, wurden wir aber ziemlich an der Tankstelle bestraft: Unser Durchschnittsverbrauch von 9,6 Litern weicht schon gravierend von den 5,8 Litern ab, die Alfa mit seinem Turbobenziner verspricht. Immerhin ist die neue MultiAir-Technologie erstmals an Bord, die auf eine klassische Einlass-Nockenwelle verzichtet. Mit dem neuen System soll der Motor in praktisch jeder Fahrsituation mit dem optimalen Wirkungsgrad unterwegs sein. So zumindest die Theorie.

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