Aktion "Drink and Drive" Pub statt Depression

Healy-Rae sagt, seine Drink-and-Drive-Initiative habe zum Ziel, Depression und Selbstmord auf dem Land vorzubeugen. Die Bewohner müssten am sozialen Leben teilnehmen können, das sich in der Region fast ausschließlich in den örtlichen Pubs abspiele. Healy-Rae betonte, dass die Menschen in der betroffenen Gegend "oftmals mit Traktoren sehr kleine Straßen mit sehr geringem Verkehrsaufkommen" befahren würden. Und überhaupt: Sie hätten bei Alkoholfahrten noch nie jemand anderen getötet.

Noel Brett von der 2006 gegründeten irischen Behörde für Verkehrssicherheit RSA äußerte sich im Irish Independent kritisch über den Antrag. Die meisten Unfälle mit Todesfolge würden sich auf dem Land ereignen. Der Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und einer Beeinträchtigung des Fahrers sei unbestreitbar.

Initiator Healy-Rae argumentiert zurück, dass "viele Menschen in ihrer ländlichen Heimat förmlich eingeschlossen" seien. Sie würden nicht ausgehen, weil sie nicht einmal einen Drink zu sich nehmen könnten, so der Politiker. Folge könne ein tödlicher Kreislauf sein: Die Leute würden sich zuhause mit Whiskey betäuben. Daraus resultiere Einsamkeit, oft auch Depression und Selbstmord.

Öffentlicher Nahverkehr sei auf dem Land kaum vorhanden, Taxis und Pferde keine Option für Pubbesucher, so Healy-Rae weiter. Das müsse oft der Wirt ausbaden. Denn viele Pubbesitzer würden ihre Stammgäste regelmäßig nach Hause fahren. Healy-Rae weiß zumindest in Teilen, wovon er spricht: Er selbst besitzt einen Pub in der 164-Seelen-Ortschaft Kilgarvan.