20. Dezember 2012 11:33 Freie Sicht in der kalten Jahreszeit So enteisen Sie Ihr Auto wirksam

Bevor der Motor gestartet wird, müssen Schnee und Eis entfernt werden: Dafür sollten Autofahrer bis zu 15 Minuten einplanen. Schneller geht's, wenn Sie die richtigen Helfer zur Hand haben. Die kosten meist nur wenig. Blindflüge ohne freie Sicht hingegen können teuer werden.

Von Christian Resch

Wer für seinen Wagen keine Garage besitzt, für den kann der morgendliche Kaltstart bei Schnee und Eis zur Tortur und Geduldsprobe werden. Das Auto von Schnee und Eis zu befreien, dauert. Am besten planen Draußenparker morgens eine gute Viertelstunde ein, um rechtzeitig startklar zu sein. Ist man wenigstens mit Frostmatten für Front- und Heckscheibe gerüstet, geht es schneller.

Ist das Auto eingeschneit, muss es erst einmal freigeschaufelt werden. Hierfür sollte im Kofferraum immer mindestens ein Kehrblech aus Metall oder besser ein Klappspaten vorhanden sein. Motorhauben, Dächer und Heckpartien müssen vollständig von Schnee befreit werden, sonst wird die eigene Sicht wie auch die der anderen Verkehrsteilnehmer durch den aufgewirbelten Schnee beim Fahren empfindlich eingeschränkt. Am besten eignen sich hierzu Handfeger oder kombinierte Eiskratzer- und Besenelemente, wie es sie im Zubehörfachhandel gibt.

Die Scheiben selbst müssen vollständig eisfrei sein, es genügt nicht, nur kleine Gucklöcher freizukratzen. Solche Blindflüge können von der Polizei mit Bußgeldern von bis zu 35 Euro geahndet werden. Ist das Eis besonders hartnäckig, bewährten sich Defrostermittel aus Spraydosen oder umweltfreundlichen Pumpflaschen, um die Eisschicht aufzutauen. Scheiben sollten nie mit heißem Wasser enteist werden, denn zu hohe Temperaturunterschiede können das Glas springen lassen.

Im Stand darf der Motor nicht laufen

Unzulässig ist es auch, den Motor während der lästigen Arbeit zwischenzeitlich warmlaufen zu lassen. Dies schadet nicht nur der Umwelt, sondern gilt auch als Geräuschbelästigung, die bei Beschwerden mit bis zu 10 Euro von der Polizei bestraft wird. Gegen beschlagene Scheiben beim Losfahren hilft ein Reinigungsschwamm. Anti-Beschlagmittel auf der Scheibeninnenseite bieten hier darüber hinaus guten Schutz für eine Dauer von etwa zwei bis vier Wochen.

Vereisten Türschlössern beugt man am besten mit einem Tropfen Graphitöl vor. Wer keine Zentralverriegelung besitzt, sollte immer ein Fläschchen Türschlossenteiser dabei haben - ihn im Auto aufzubewahren, nutzt übrigens wenig, wenn sich vereiste Schlösser nicht mehr öffnen lassen. Dichtungen an den Türen oder Heckklappen sollten von Zeit zu Zeit mit entsprechenden Gummipflegemitteln wie Talcum, Hirschtalg oder speziellen chemischen Pflegemitteln aus dem Zubehörfachhandel behandelt werden, um einem Anfrieren entgegenzuwirken.

Eingefrorene Türen dürfen auf keinen Fall mit Gewalt aufgerissen werden, da sonst die Gummidichtungen erheblich beschädigt werden können. Besser ist es, die Türen entlang der Dichtungen kräftig und ruckartig anzudrücken. Dies bricht das Eis in den meisten Fällen gut auf. Sonst hilft hier nur noch heißes Wasser aus dem Wasserkocher oder beispielsweise der Einsatz eines Föns, sofern ein ausreichend langes Verlängerungskabel vorhanden ist.

Wischwasser nachfüllen So haben Sie im Auto immer freie Sicht

Fliegen im Sommer, Matsch im Winter: Schmutz befindet sich ganzjährig auf der Windschutzscheibe. Neben funktionstüchtigen Scheibenwischern muss darum ausreichend Scheibenwischwasser an Bord sein. Doch wie füllt man das eigentlich nach? Eine Erkärung im Video.

(Video: Von der Süddeutsche.de-Multimediaredaktion)