8. Weltverkehrsforum in Leipzig OECD kritisiert Steuervorteile für Dienstwagen

Übt Kritik an den Steuervorteilen für Dienstwagen: OECD-Generalsekretär Angel Gurría.

(Foto: dpa)
  • OECD-Generalsekretär Angel Gurría kritisierte beim Weltverkehrsforum in Leipzig die Steuervorteile für Firmenwagen in Industrieländern.
  • Sie führten zu mehr Autos auf den Straßen, zu höheren CO₂-Emissionen und kosteten die Regierungen jedes Jahr viele Milliarden Euro.
  • Auch UN-Generalsekretär Ban Ki-moon rief dazu auf, die globalen Verkehrssysteme neu zu gestalten.

Im Kampf für einen besseren Klimaschutz stoßen die Steuervorteile für Firmenwagen in Industrieländern wie Deutschland bei der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) auf Kritik. Der neue OECD-Generalsekretär Angel Gurría nutzte das derzeit stattfindende 8. Weltverkehrsforum in Leipzig, um auf das Problem aufmerksam zu machen.

In den OECD-Ländern seien nach einer noch unveröffentlichten Studie der Organisation 19 Prozent aller Autos steuerlich begünstigt, sagte Gurría der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Das führe zu mehr Autos auf den Straßen, zu höheren CO₂-Emissionen und koste die Regierungen jedes Jahr zwischen 19 und 33 Milliarden Euro.

"Kollisionskurs mit der Natur"

Gurría warnte, die Weltgesellschaft befinde sich auf einem Kollisionskurs mit der Natur. Die Kohlendioxidemissionen müssten schnell gesenkt werden, damit die Temperatur nicht um mehr als zwei Grad über das vorindustrielle Niveau steige. Dabei spiele der Transportsektor eine wichtige Rolle, denn er verantworte allein etwa ein Viertel der weltweiten CO₂-Emissionen.

UN-Generalsekretär Ban Ki-moon rief die Teilnehmer des Weltverkehrsforums per Viedobotschaft dazu auf, den Klimawandel stärker zu bekämpfen und "neue, grüne Lösungen" zu finden. Für eine sauberere, sicherere und nachhaltigere Zukunft müssten die globalen Verkehrssysteme neu gestaltet werden.

Beim Weltverkehrsforum in Leipzig kommen mehr als 1100 Vertreter aus 70 Staaten zum internationalen Austausch über Mobilität und Verkehr zusammen. Thema des diesjährigen Gipfels ist "Transport, Handel und Tourismus: Mobilität für eine vernetzte Welt".