Moira Cameron kämpft gegen Mobbing im Tower of London
Von Alexander Menden
London - Es ist für Frauen nie ganz leicht, sich in ausgesprochenen Männerdomänen zu etablieren. Und nur wenige Domänen sind von jeher so männlich besetzt wie die der "Yeomen Warders of Her Majesty"s Royal Palace and Fortress the Tower of London". Mit Ressentiments in diesem testosterongeladenen Umfeld hat derzeit Moira Cameron zu kämpfen, die erste weibliche Wache im Londoner Tower. Nach anhaltendem Mobbing seitens zweier männlicher Kameraden sind diese nun vorläufig vom Dienst suspendiert worden. Die Verwicklung eines Dritten wird geprüft.
Seit dem 15. Jahrhundert ist der kurz "Beefeaters" genannten Truppe die Bewachung der Kronjuwelen im Londoner Tower anvertraut. Dass diese Wachen jahrhundertelang ausschließlich Männer waren, lag daran, dass Frauen im Militär, aus dem sich die Beefeaters rekrutieren, traditionell keine Rolle spielten. Doch seit 2007 gibt es die "Yeowoman" Moira Cameron. Die Schottin schlug fünf männliche Mitbewerber um einen der 35 Wachposten aus dem Rennen. Im Alter von 16 war sie in die Armee eingetreten, danach hatte sie 22 Jahre vorbildlich gedient, unter anderem in Nordirland. Und obwohl ihr am Tor einer der Kollegen zuraunte, er sei "ganz und gar dagegen", dass sie hier Dienst tue, nannte sie den Tag ihrer Berufung den stolzesten ihres Lebens.
Doch nun ist bekannt geworden, dass einige der Yeomen ihrer Abneigung gegen die Kameradin dadurch Ausdruck verliehen, dass sie ihre Uniform verschandelten und Zettel mit bedrohlichen und abfälligen Nachrichten in ihrem Spind hinterließen. Einer der Verdächtigen soll außerdem Camerons Wikipedia-Eintrag manipuliert haben. Die nun gegen die drei Betroffenen eingeleitete interne Untersuchung wird laut einem Statement des Tower of London voraussichtlich in "zwei bis drei Wochen abgeschlossen sein". "Der Tower ist eine fest verwachsene Gemeinschaft", so heißt es in der Pressemitteilung weiter. "Und dies ist daher eine schwierige Zeit für uns alle."
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